Nemrod hat ja als Hersteller und Marke eine lange und wechselvolle Geschichte. Außerdem
war der Kompaktregler Snark III einer der am längsten und noch bis in die 1990er Jahre
produzierten Regler (noch 1998 im letzten Nemrod-Katalog). Darum musste ich mir als
vorläufigen Abschluss meiner kleinen Sammlung unbedingt ;-) noch so einen zulegen. |
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Und
so lief er mir dann bei e...y zu, vollfunktionsfähig und kaum verschmutzt, für 91 Euro
(12/2008) inklusive Finimeter. Leider war es nicht die Ausführung mit MD-Anschluss, die
ich auch schon gesehen hatte (Bild rechts), aber dafür wenigstens mit DIN-Welle.
À propos DIN-Welle, eh' ich's vergesse:
Da mein Royal Mistral nur einen INT-Anschluss hat, hatte ich die Hoffnung, den
DIN-Anschluss des Snark III auch für den RoyalMistral verwenden zu können. Das geht auch
fast :-( , Die Anschlussgewinde sind die gleichen, nur, dass beim RM noch gleich das
Reglerteil mit der Schraube an's Gehäuse gepresst wird, und das schafft das Nemrod-Teil
nicht. Na, mal sehen... |
Äußerlich machte der Snark erstmal einen zwiespältigen
Eindruck auf mich, furchtbar schwer (xx kg) und durch die lange DIN-Welle klobig. Das
Gewicht kommt natürlich hauptsächlich von der dick verchromten Messing-Guss-Grundplatte
mit dem Charme einer 60er-Jahre US-Kaffee-Maschine. Die ist stabil ;-), beinhaltet aber
auch gleich fest die Ventilkrater der ersten und zweiten Stufe, was nicht so besonders
servicefreundlich ist.
Ober- und Unterschale aus gedrücktem Ms wirken dagegen fast filigran. Etwas ungewöhnlich
ist der an die Oberschale angeflanschte Membranhebel, der eigentlich mehr zum Innenleben
gehört, und das durch ein großes Tellerventil realisierte Ausatemventil. Es ist mit
heutigen Mitteln leichter zu ersetzen als ein Entenschnabel, hat aber wohl einen etwas
höheren Ausatemwiderstand. Bei häufiger Schlauchdemontage zur Trocknung der Schläuche
merkt man einen weiteren Vorteil gegenüber dem Entenschnabel. Der Ausatemschlauch lässt
sich wesentlich einfacher über den Stutzen ziehen, wenn dort nicht schon der Stutzen des
Entenschnabels sitzt. |
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| Nachteilig erscheint mir hier die unzugängliche Kammer unter dem
Ausatemventil, die innen nicht verchromt ist. Da sich beim Tauchen in Salzwasser hier
erheblich Grünspan bilden wird, werde ich dort lackieren. Für Korrosion genauso günstig
ist die Lötnaht, die die beiden Kammerbleche zusammenhält. Auch sie sollte man
lackieren. |
| Innenleben und Querschnittszeichnung verifizieren,
dass es sich um einen zweistufigen Regler ohne Injektor handelt. Eine Besonderheit ist
wieder, dass die zweite Stufe mit dem Druck dichtet, also ein Sicherheitsventil
erforderlich ist, wenn man keinen gegen den Druck dichtenden Oktopus einsetzt. |
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Das ist auch deutlich in der schematischen Darstellung zu
erkennen.
Einstellung des Mitteldrucks und des Hebelwerks erscheinen bei dem Aufbau sehr einfach,
das Hebelwerk wirkt etwas ''schlackrig'', aber es tut's natürlich.
Die Angabe für den Mitteldruck unten ist nur der ''mittlere" Mitteldruck (135 psi =
9,2 bar). Der MD verändert sich mit dem Flaschendruck. Enrique hat mir die originalen
Zahlen von Nemrod übermittelt: |
Flaschendruck / bar
200
170
130
100
65
35
20 |
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Mitteldruck / bar
8,2
9
10
10,5
11
11.6
12,5 |
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Die Werte lassen
sich prima einstellen, wenn man an einen MD-Abgang, also z.B. an einen Adapter an 2-43
oder am Überdruckventil-Abgang einen Inflatorschlauch mit MD-Manometer anschließt (siehe
unten).
Wenn man dann die Schraube 2-11 verdreht und damit die Feder-Vorspannung von 2-9
verändert, sieht man die Veränderung des MD am Manometer (135 psi = 9,2 bar, 3000 psi =
204 bar).
Die Feder 2-41 hat auf die Einstellung keinen Einfluss, sie hält nur den Kolben 2-40 in
seiner Lage. Die Dichtung 2-42 ist leider kein 0-Ring sondern eine 2-mm-dicke
Flachdichtung, die man zur Not selbst zuschneiden kann. Der Abschluss 2-43 ist nur seeeehr
kurz in die Grundplatte eingeschraubt, etwa EINEN Gewindegang!
Das Sicherheitsventil unten ist für meine Begriffe
etwas halbseiden aufgebaut. Der Dichtsitz 2-45 liegt zwischen zwei speziellen
Unterlegscheiben 2-44 und 2-46, die schnell in der Ramschkiste verschwinden und dann
wieder mühsehlig zusammengebosselt werden müssen. Wenn man nicht die richtigen erwischt,
dann drückt es 2-45 heraus, und das Ventil bläst ab. |
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Die Kugel 2-48 sitzt normalerweise in
der Dichtung 2-45 und wird erst ab einem bestimmten Druck, ich habe mt 2-50 mal etwa 15
bar eingestellt, herausgedrückt.
Das bisher Gesagte ging davon aus, dass zwar ein HD-Abgang genutzt
wird (ein Finimeter mit dem heute üblichen Gewinde kann angeschlossen werden, siehe
erstes Bild oben). Seltsamerweise ist dafür aber ein Adapter 3 UNF 3/8" auf
7/16" nötig, der bei meinem Snark schon dran war. War 3/8" früher auch für HD
üblich? Hier könnte man auch einen 90°-Swivel zwischenschrauben, damit der
Fini-Schlauch dichter am Gerät bleibt. |
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Nutzung in moderner Umgebung
Ein MD-Abgang war aber bisher an diesem Teil nicht realisiert. Dafür bieten
sich jedoch Möglichkeiten:
1. Man ersetzt die Abschlussschraube 2-43 der zweiten Stufe (rechtes Teil) durch einen,
offensichtlich noch von Nemrod bereitgestellten Adapter 1 auf ein modernes MD-Port (UNF
3/8", linkes Teil). |
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Dessen Außengewinde fängt aber leider noch
etwas weiter oben an, so dass die Einschraubtiefe noch geringer wird als beim Deckel. Ich
habe die Flachdichtung 2-42 deshalb durch eine nur 1-mm-dicke (Fahrradschlauch) ersetzt.
Damit gings etwas besser.
So ragt der Schlauchanschluss aber senkrecht zurück auf das Flaschenventil (gelber
Schlauch) und kommt sich mit dem in die Quere. Günstig sollte man hier einen MD-Swivel
(siehe unten) oder noch besser ein T-Stück einsetzen. Damit gehen die Schläuche für
Zweitregler und Inflator zur Seite weg. Es könnte aber nicht an jedem fremden Ventil auf
schöner, kleiner Insel passen!
2. Man ersetzt, bei Verwendung eines gegen den Druck dichtenden
Zweitreglers, das Sicherheitsventil durch einen Adapter 2 auf einen MD-Port (habe ich
dankenswerterweise von Enrique bekommen).
Damit lässt man den MD-Schlauch günstig nach unten weggehen oder setzt auch dort ein
T-Stück ein, von dem Inflator und Zweitregler zur Seite weggehen. |
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Und man umgeht damit auch die Probleme der geringen
Einschraubtiefe am Deckel der zweiten Stufe und der Kollision mit dem Ventil. Auch von der
Montierbarkeit am Ventil her erscheint mir die Lösung, an Adapter 2 ein T-Stück
einzusetzen und Adapter 1 nicht zu verwenden, die beste zu sein. Aber ich will's erstmal
in der Routine testen.
Im Bild links kann der Regler durch die auf der Grundplatte verdrehte Unterschale (siehe
Vorschlag unten) so montiert werden, dass alle Anschlüsse gut am Flaschenventil
vorbeigehen. Die Schläuche schmiegen sich schön an die Flasche. Rechts ist der
Inflatorschlauch am Anschluss des ursprünglichen Sicherheitsventils, der zu meinem
verlegten Inflator führt, dann der gelbe Schlauch zum Zweitregler, der über ein
Winkelstück angeschlossen wurde und links der Schlauch zum Finimeter. |
Neben dem Ausatemventil, das man praktisch durch eine
runde Scheibe aus Silikon-Flachgummi ersetzen kann, ist die Hauptmembran
(rechts Original von Nemrod) noch ein Verschleißteil des Reglers.

Sie lässt sich aber wohl durch die neu hergestellten USD-Membranen aus schwarzem
Silikon ersetzen (links im Bild).
Der Durchmesser stimmt genau, die originale Nemrod-Membran erlaubt allerdings einen etwas
größeren Hub. Ich habe nach dem Austausch (bisher) aber keine Unterschiede im
Atemverhalten bemerkt.
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Der Snark III hat ein leichtes Mundstück aus Hartgummi mit
Einweg-Ventilen ähnlich dem des Royal Mistral. Es erscheint mir sogar von der Form her
günstiger als dieses durch den abgewinkelten Schlauchansatz, der die Schlauchführung und
die Kopfbeweglichkeit noch verbessert.
Allerdings haben die Flatterventile einen hohen Atemwiderstand und sollten unbedingt durch
leichte Silikonventile ersetzt werden. |
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Die Zugänglichkeit der Einweg-Ventile ist allerdings
schlecht, da sich die Träger nur schwer aus dem Mundstückgehäuse ziehen lassen. Hier
ist die Trennbarkeit in Stutzen und Gehäuse wie beim Royal-Mistral-Mundstück
vorteilhafter.
Auch gefallen mir die fitzligen Schlauchklemmen mit dem Gummiüberzieher nicht, da ich die
Schläuche zum Trocknen entfernen will. Die Überzieher sind aus relativ weichem und
dünnen Gummi, der schnell rissig wird. Und ohne Überzieher sind die scharfkantigen
Klemmen nicht nutzbar. Die sollte man also durch robuste Nylonklemmen mit
Edelstahlschraube o.ä. ersetzen.
Die Schläuche finde ich auch nicht so gut. Sie sind schwer und relativ starr,
mit kleinem Durchmesser, dafür allerdings robust. Man sollte sie durch die feiner
gerippten, dünnwandigeren Schläuche des Royal Mistral mit größerem Durchmesser
ablösen. Leider ist der Durchmesser der Schlauchstutzen am Nemrod-Mundstück größer als
die üblichen 1", aber kleiner als 1 1/2". Die 1"-Stutzen der
Mistral-Schläuche lassen sich zwar gerade noch so auf die Mundstück-Stutzen pressen, man
kann das Mundstück aber auch gleich durch das vom Royal Mistral ersetzen und hat damit
auch die durchlassfähigeren Flatterventile.
Durch diese Änderungen wird zwar für den Sammler die Authentizität des Reglers
gestört, aber für die Nutzung steigt die Leistungsfähigkeit deutlich. |
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