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Modernisierung des MEDI-Hydromat

Der Zweischlauchregler Hydromat von MEDI/MLW ist wegen seiner guten Atemeigenschaften und seiner Robustheit ein gut geeigneter Regler für die heutige Nutzung. Leider hat er weder einen Finimeteranschluss (war im Original an der Brücke), noch einen oder gar mehrere Mitteldruck-Ports (außer in der letzten sehr seltenen Ausführung).
Wenn man mit der kompletten eigenen Ausrüstung taucht, ist das an sich kein Problem. Man kombiniert mit einem modernen Zweitregler, der alle externen Anschlüsse übernimmt und zusätzliche Sicherheit bringt, wie schon in Heutige Nutzung dargestellt.
Ein Problem entsteht, wenn man z.B. im Urlaub mit den üblichen Einflaschengeräten taucht und der Zweitregler zuviel Aufwand macht. Man möchte alles schön kompakt haben, den Guide zufriedenstellen und wiegen soll's auch nicht zuviel für den Flugtransport. Naja, und wenn man das mit so einem älteren Teil hingekriegt hat, kann man es ja auch zu Hause so nutzen.

Wir wollen den Hydromaten zunächst mit MD-Abgängen ausstatten, um einen Mundregler und den Inflator anschließen zu können.
Damit bietet der Kompaktregler die gleiche "Sicherheit" wie ein Einschlauch-Regler mit Oktopus, und es entfällt das ewige Argument, der Kompaktregler erlaube keine "normale" Wechselatmung, sei also eine Zumutung für den Buddy.
Um einen MD-Abgang einzubauen, kann man etwas beim letzten, aber sehr raren Modell des Hydromaten abgucken, der den schon hatte (siehe Bild rechts).
Hydromat von MLW aus der letzten Serie
Prinzip ist, dass man den MD-Kanal, der von der zentralen Hochdruckstufe radial zum Niederdruck-Ventil führt, anbohrt und dort den Abgang einschraubt.
Als Abgang nutze ich gleich einen drehbaren Verteiler (90° o. 180°).
Die gibt's für etwa 30 Euro z.B. bei Na...ec. Ob man die 90°- oder die 180°-Ausführung nimmt, hängt von der gewünschten Schlauchführung ab.
Die Verteiler haben ein Gewinde von UNF 3/8", man muss also ein Kernloch von 8,5 mm Durchmesser bohren.
Der Gewindeport des Verteilers geht durch das Reglergehäuse (Loch 9,5 mm ohne Gewinde) und durch die zwischengelegte Gummischeibe in den MD-Kanal. Die Gummischeibe liegt in dem Blechkragen, die den MD-Kanal fixiert. Die Gewindekraft dichtet den Abgang mit Nullring und Gummischeibe ab.
hydromat-erw.jpg (34449 Byte)

Noch ein paar handwerkliche Anmerkungen dazu:
Ausführen kann man den Einbau des MD-Abgangs mit Standard-Werkzeug aus dem Baumarkt. Das einzige Spezialteil, den 3/8"-Gewindebohrer, bekommt man als Set für etwa 10 Euro im besseren Werkzeughandel, natürlich auch im Internet.
Gehäuse und Reglerblock sind aus Messing. Es mit Spiralbohrern mit dem normalen Stahl-Anschliff zu bohren, erfordert, die Teile fest in den Maschinen-Schraubstock zu spannen, damit die Bohrer nicht durchreißen und Öl zu verwenden. Die größeren Löcher sollte man fein abgestuft bohren, die 9,5 mm also z.B. mit 3, 7, 8, 8,5, 9, 9,5 mm.
Die Fase für den Nullring macht man mit einem normalen Kegelsenker. Sie darf nicht zu tief sein, damit der Ring dichtet. Das probiert man am besten erstmal in einem Teststück aus.


Tja, und wie kriegt man nun noch einen HD-Abgang für den Finimeter-Anschluss hin?
Im Regler garnicht, weil die Hochdruck-Kammer unter der Ventil-Anschlussschraube liegt, siehe rechts Bild. Und in dem schmalen Schlitz zwischen Anschluss-Schraube und Reglergehäuse eine Bohrung anzubringen, dazu ist mir nichts eingefallen. Es bleibt nur eine externe Lösung, ähnlich der mit Banjo Fitting beim INT-Anschluss.
Dazu verdrehe ich die Flasche um 90° und schraube ein normales T-Stück in das Flaschenventil. Eine DIN-5/8"-Öffnung zeigt auf den Rücken des Tauchers wie vorher die des Flaschenventils. Dort wird der Hydromat eingeschraubt. Er sitzt also wie im Flaschenventil, nur unbedeutend seitlich versetzt.
In das T-Stück setze ich einen HD-Abgang für den Finimeter-Anschluss ein, genauso wie den MD-Abgang oben in das Regler-Gehäuse, nur, dass hier 7/16" geschnitten werden (Kernloch-Durchmesser 9,9 mm). Die Verbindungbohrung von diesem Sackloch zum HD-Kanal im T-Stück wird nur mit 1 mm oder kleiner gebohrt, um für eventuelle Eventualitäten zu drosseln.

In den zweiten 5/8"-Port des T-Stücks kommt beim Tauchen ein Blindstopfen, Ansonsten eignet sich der Port ideal als Füllstutzen für das Gerät.

Statt dieser Bastelei, die wegen des Hochdrucks natürlich nicht zu empfehlen ist, kann man auch ein fertiges T-Stück mit HD-Port kaufen (siehe Bild).

Wenn einen hier der waagerechte Abgang für den Fini-Schlauch stört, setzt man einen 90°-Winkel am HD-Abgang ein.

2aircon-winkl-716.jpg (13407 Byte)

Damit haben wir alles, was wir für die heutige Nutzung brauchen. Ein Zweitregler, ein Inflator und ein Finimeter können gemeinsam mit dem Zweischlauchregler betrieben werden.


Gebohrter StopfenEine universellere Lösung, als das T-Stück anzubohren, ist wahrscheinlich, den Stopfen zu verwenden, der ohnehin nötig ist und auch woanders gut eingesetzt werden kann.
Ich habe also auch die nebenstehende Lösung realisiert. Mit der Tiefe des Sacklochs für den 7/16"-Anschluss gibt's im Stopfen keine Probleme. Im T-Stück kann das durchaus problematisch sein.
Für den 7/16"-Gewindebohrer habe ich ein 9,5-mm-Sackloch gebohrt, in Messing ausreichend statt des eigentlich notwendigen 9,9-mm-Kernlochs.

Das Gewindeloch habe ich soweit wie möglich azentrisch gebohrt, um eine kleine 6-mm-Stange statt des 30er Schlüssels zum Festziehen des Stopfens einsetzen zu können, Bild unten rechts. Die 6-mm-Löcher sollten so tief wie möglich werden und in jeder Stellung des Stopfens erreichbar sein.
Damit der Fini-Schlauch nach unten führt, setze ich eine 90°Swivel ein. Damit kann man den Stopfen auch problemlos zum Füllen aus- und eindrehen.

Stopfen mit Fini-Anschluss Stopfen mit Fini-Anschluss

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