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Kroatien - Dugi Otok - Kreuzfahrt - Kornaten Juli 2001
von Maria Seveke
Im Juli 2001 habe ich zwei wunderschöne, z.T. etwas abenteuerliche Wochen in Kroatien verbracht. Die vom mitreisenden Peter privat organisierte Reise (übers Internet entdeckt), führte mich als Single (1*, 70TG) zusammen mit 13 anderen Verwegenen (23-64 Jahre, insgesamt 6 Frauen und 8 Männer) eine Woche lang per Schiff durch einen Teil der kroatischen Inselwelt (u.a. zwei Nationalparks), um anschließend eine Woche in Sali auf der Insel Dugi Otok in Hotel und Tauchbasis zu verbringen.
Hier könnt Ihr Euch unsere Fahrtroute (die blaue Linie) ansehen und downloaden!

Seekarte Teil 1 (550kByte)
Seekarte Teil 2 (450kByte)

Hinfahrt und Rückfahrt mit dem Auto
Ich konnte mit einem anderen Tourmitglied eine Fahrgemeinschaft bilden, und so ging es an einem Freitag Abend gegen 21 Uhr von Frankfurt/Main aus los. Über München-Salzburg durch Österreich (10-Tage-Vignette = 15 DM), über Ljubljana in Slowenien (Maut bei Tunneln oder längeren Autobahnstrecken bis max. 5 DM) und in Kroatien über Rijeka entlang der Küstenstraße Richtung Süden waren wir mehr als 13 Stunden en bloc unterwegs.

Das würde ich nicht noch mal so machen, da es, obwohl wir in der Nacht und damit im Kühlen fuhren, ziemlicher Streß war, zumal sich die Küstenstraße wirklich eeewig lang über schmale Serpentinen hinzog. Bei so langen Strecken (vor allem, wenn man den ganzen Tag vorher gearbeitet hat) sollten immer Zwischenstops eingelegt werden.

Einmal "unten" angekommen, mußten wir noch gut 2,5 Stunden in der Hafenstadt Zadar auf die Autofähre warten (kann man gut zum Stadtbummel nutzen), die uns samt Auto in etwa 1,5 Sunden für ca. 30 DM zur Insel Dugi Otok (Anlegestelle: Brbinj) schipperte. Von dort aus waren es noch mal 20 km quer über die Insel mit einem phantastischen Ausblick über das Meer und andere naheliegende Insel(che)n.
Zurück nahmen wir aufgrund einer Empfehlung den Weg durchs Landesinnere, über eine Hochebene nach Karlovac, Zagreb, Maribor (Slowenien) und von dort schnell und sicher über die Autobahn nach Österreich (Maut mehrmals zwischen 10-20 DM) wieder nach Hause. Das war insgesamt angenehmer, weil man nicht so sehr auf die Straße achten mußte und uns in Deutschland auch keine 35°C erwarteten.
Kreuzfahrt mit dem Boot
Der Urlaub in Kroatien selbst entsprach so ziemlich den Erwartungen, es war halt ein bißchen *Abenteuerurlaub*, vor allem die erste Woche auf dem Schiff. Das war der 96-jährige Motorsegler *Junior*, der allerdings nie segeln durfte, weil er sonst in Neptuns Reich eingegangen wäre. Mit knapp 22m Länge und 5m Breite bot das Schiff genug Raum für alle Reisenden plus 4 einheimische Besatzungsmitglieder (Käpt'n, Koch (Bootseigner), Stewart und Führer des Tauchbootes) und den Reiseleiter Alexander.
Für alle, die in *einfachen Verhältnissen* zurechtkommen, waren die acht Doppelkabinen (3m², leider ohne Waschbecken), der Duschraum mit zwei Duschen und drei Waschbecken, 2 WC's und der Salon mit zwei langen Tischen, entsprechenden Bänken und Getränkekühlschrank voll ok. Fünf Leute, darunter auch ich, zogen für die Nacht mit unseren Matratzen auf das Oberdeck um (aufgrund des Dieselgestanks in den Heckkabinen). Aber bei dem super Wetter die ganze Zeit über tat das unserem See-Zigeuner-Leben keinen Abbruch. Geankert wurde mal in Häfen, an Molen oder an unbewohnten Inseln, so daß wir auch mal *Landgang* bekamen. Die einheimische Verpflegung durch Vollpension (Getränke mußten selbst gezahlt werden) war auch sehr gut.
Die Tauchgründe dort sind wirklich sehenswert. Je nach Tauchplatz (Untiefen, Steilwände, Felsnadeln etc.) ungeheure Schwärme von Sardinen, Makrelen, Thunfischen und anderen kleinen Fischarten, Langusten, andere Krebstiere, einige Zackenbarsche, Gabeldorsche, Conger, Rochen und Katzenhaie, riesen Drachenköpfe, Oktopoden (v.a. nachts en masse), wunderschöne Nacktschnecken, Gorgonienwände, z.T. sehr große Röhrenwürmer mit buntem Gefieder und natürlich jede Menge sehenswertes *Kleinzeug*.

Die Strömung und auch der Wellengang (bis auf zwei Tage in zwei Wochen) waren sehr gering, Sichtweite würde ich mal so auf 15-25 Meter schätzen. Zu den einzelnen Tauchplätzen (je zwei pro Tag, zweimal Nachttauchen) wurden wir von dem Kutter Pišta (10,5x3,8m) gebracht, der uns immer getreulich folgte und auf dem unsere Tauchklamotten, die Flaschen und die zwei Kompressoren untergebracht waren. Flasche (10-12l Stahlflaschen) und Blei wurden gestellt, Lampen konnten geliehen werden, die andere Ausrüstung mußte selber mitgebracht werden.

Tauchen von Land
Die zweite Woche in Sali auf der Insel Dugi Otok war ebenfalls sehr angenehm. Das (einzige) Hotel mit gut ausgestatteten Zimmer (super Bad, Kühlschrank, Klimaanlage, TV) bot ein ausreichendes Frühstücksbüffet und ein warmes Abendessen in einem angegliederten Restaurant. Die Basis selber liegt direkt in einer Bucht, hat ausreichend Equipment und faire Preise. Zweimal pro Tag finden je nach Witterung Tauchausflüge zu Untiefen, Felsplateaus oder in den nahen Nationalpark Telašcica statt. Je nach Anzahl der Taucher werden einheimische Boote angemietet oder mit einem 6-Mann-Schlauchboot rausgefahren. Allerdings ist außer Sonnen, Schwimmen, ein bißchen Wandern durch unwegsames Gelände und Eis essen nicht viel für Nichttaucher auf dieser Insel möglich, da es fast kein kulturelles Angebot und Sehenswürdigkeiten gibt.

Alles in allem war der Urlaub wunderschön, noch besser wäre es vielleicht in Kombination mit einer anderen Insel, wie Raab oder Krk, gewesen.
Der Preis für eine Woche Schiff mit VP + 2 TG täglich und 1 Woche ***-Hotel in Sali mit HP + non-limit-Tauchen war 1600,00 DM pro Person. Nachttauchgänge, Fahrten in die Nationalparks und Kurtaxe kosteten extra.
Nächstes Jahr soll wieder eine Kornaten-Tour stattfinden.


zurück              Letzte Änderung: 09.07.14