Die Tauchplätze vom La Palma Diving Center

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Tauchen auf La Palma bedeutet von Land aus zu tauchen - mit allen Vor- und Nachteilen, die Landtauchgänge mit sich bringen. Besonders praktisch ist die Nähe zum Hausriff, das in wenigen Schritten und damit zu (fast) jeder Tages- und Nachtzeit erreich- und betauchbar ist. Bei starker Brandung sind die Einstiege allerdings manchmal etwas "holprig", und bei tiefer gelegenen Tauchplätzen müssen längere Schnorchelstrecken (bis zu rd. 200 - 300 m) zurückgelegt werden - damit kommt die "sportliche Komponente" des Tauchens etwas mehr zum Tragen als bei den in vielen anderen Tauchgebieten üblichen Bootstauchgängen...
Das Anschnorcheln hielt sich mit max. 300m wirklich in Grenzen. Wir haben oft so begonnen, um Luft zu sparen für etwas mehr Tiefe ;-))

Hausriff Los Cancajos

Bei dem Strand von Los Cancajos handelt es sich um eine künstlich erweiterte Bucht, in der aufgrund von Wellenbrechern ganzjährig sicheres Baden - und damit auch Tauchen - möglich ist. Die Basis liegt nur wenige Schritte vom Strand entfernt, nach einer rd. 150 m langen Schnorchelstrecke hat man die Bucht durchquert und taucht hinter den Wellenbrechern ab. Hier befinden sich - je nachdem, in welche Richtung man schwimmt - mehrere schöne Tauchplätze, die im folgenden beschrieben sind:

Hole in the cave / Kralle

Linksseitig der Ausstiegsstelle finden sich im Bereich zwischen etwa 10 und 25 m schöne Felsformationen, kleine Schluchten, ein "Minitunnel" (das "Hole in the cave") und die "Kralle", ein großer prägnanter, krallenförmiger Lavafelsen in etwa 23 m Tiefe, um den meist viel Fisch "herumschwärmt". In den Felsspalten lassen sich Putzergarnelen, Drachenköpfe und wunderschöne Seeanemonen entdecken, während neugierige Sägebarsche ganz nah an die Taucherbrille heranschwimmen, um die fremden Gäste genau bei ihrem verdächtigen Tun zu beobachten.

Flügel

Ebenfalls linksseitig des Riffs erreicht man nach Durchquerung der oben beschriebenen Felslandschaft auf rund 30 m eine sanft abfallende Sandfläche: dort liegt der Flügel eines Flugzeugwracks - der Rest des Flugzeug wurde allerdings bislang nicht gefunden. Der Flügel selbst ist wenig spektakulär, aber hier stehen zahlreiche rote Gorgonien, die sich im Licht der Taucherlampe eindrucksvoll vor dem immer dunkler werdenden Blau der Tiefe abzeichnen. Auf dem Rückweg überquert man ein großes Röhrenaalfeld, das sich unterhalb der Lavafelsformationen befindet.

Fishrocks

Taucht man an der Ausstiegsstelle nach rechts, erreicht man nach kurzer Zeit die "Fishrocks": Hier türmen sich die Felsen hoch auf zu einer zerklüfteten Schrägwand, an deren Fuß auf etwa 22 m unzählige Putzergarnelen vor ihren Felsspalten auf "Kundschaft" warten und - wenn sich ein Taucher vorsichtig nähert - aufgeregt mit ihren langen weißen Antennen wippen. Wirft man den Blick nach oben, erkennt man schnell den Grund für den Namen dieses Tauchplatzes: große Schwärme der schwarzen atlantischen Mönchsfische verdunkeln den "Himmel", dazwischen patroullieren oft große Barrakudas entlang der Wand, und auch größere Zackis sind häufiger anzutreffen.

Tunnel

Eine weitere Attraktion der rechten Riffseite ist der "Tunnel": ihn erreicht man allerdings nur bei geringem Seegang, da man hierfür den am rechten äußeren Ende der Bucht gelegenen Ausstieg wählen muß, an dem die Wellenbrecher bis auf knapp 1 m unter die Wasseroberfläche reichen. Nach Durchschnorcheln dieser Untiefe taucht man bis auf etwa 10 - 12 m Tiefe ab, wo das Hin und Her der Wellen nicht mehr so stark ist, und erreicht nach einer relativ langen Schwimmstrecke (15 min.) den Tunnel. Diese etwa 20 m lange Lavahöhle (zu jedem Zeitpunkt ist einer der beiden Ausgänge zu sehen) ist von innen wunderschön mit roten und gelben Schwämmen bewachsen - man sollte also auf keinen Fall seine Lampe vergessen. Vorsicht: der obere Ausgang liegt in nur knapp 4 m Tiefe und sehr nahe der Brandungszone, so daß man - je nachdem, in welche Richtung getaucht wird - sehr "schwungvoll" in den Tunnel hineingedrückt bzw. herausgezogen wird.

Gorgonien

Ebenfalls auf der rechten Seite der Bucht erreicht man nach einer reichlich 10-minütigen Schwimmstrecke eine auf rd. 20 m Tiefe beginnende, schräg abfallende Sandfläche. Am besten orientiert man sich an einer alten Reuse - hier beginnt der Bewuchs mit großen roten Gorgonien. Die schönsten Exemplare stehen auf einer Tiefe von etwa 36 m, so daß man den Platz relativ hoch anschwimmen sollte, um dort unten genügend Zeit zum Betrachten, Filmen oder Fotografieren zu haben.

Las Cabras

Dieser Tauchplatz liegt auf der östlichen Seite des Südzipfels der Insel - eine kleine Bucht mitten in der schwarzbraunen Lavawüste, zu der eine schmale, unbefestigte Piste führt. Die Einstiegsstelle liegt sowohl bei West- als auch bei Ostwind relativ geschützt, trotzdem ist insbesondere bei Ebbe aufgrund des felsigen Untergrundes in der Brandungszone Vorsicht geboten. Nach einer kurzen Schnorchelstrecke taucht man ab und erreicht eine sehr schön bewachsene Steilwand (grüne Röhren- und rote Krustenschwämme), die bis auf eine Tiefe von rd. 30 m reicht. Auffällig ist die besonders hohe Anzahl an Drachenköpfen, die sich in den Spalten der Felswand verstecken; viele Trompetenfische und einige Oktopusse sind hier zuhause. Da es sowohl rechts als auch links des Einstieges am Riff Vieles zu entdecken gibt, "reicht" der Platz ohne Probleme für mehrere schöne Tauchgänge.

Malpique

Gleichfalls an der Südspitze La Palmas - allerdings westlich des Leuchtturms - befindet sich der Tauchplatz Malpique. Wenn es das Wetter (bzw. der Wind) zuläßt, findet man hier in der kleinen, einsamen, schwarzsandigen Bucht einen Tauchplatz, der seinesgleichen sucht:
Abgesehen von einer wunderschön bewachsenen Steilwand (rd. 30 m Tiefe), an der sich neben Schwärmen von "Kleinfisch" auch große Zackis, Muränen und Sackbrassen tummeln, erreicht man den eigentlichen (taucherischen) Höhepunkt, wenn man durch ein Felstor hindurch hinabtaucht zu einer riesigen Felsnadel, die von 50 m Tiefe bis auf rd. 20 m unter die Wasseroberfläche reicht. Sie ist rundherum mit schwarzen Gorgonien bewachsen und bietet einen phantastischen Anblick; da die Nullzeit aufgrund des tiefen Antauchens durch das Felstor durchaus knapp werden kann, sollte man in Spiralen um die Felsnadel herum langsam bis zu deren Spitze auftauchen, um dann zum Riff zurückzukehren.
Wirklich ein Spitzen-TG!
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