La Palma (Text vom La Palma Diving Center)
zurück Ich erlaube mir mal ein paar Kommentare in rot!
Sanft abfallende, grüne Hänge mit weitläufigen Obstplantagen, Palmen und dichten Lorbeerwäldern, schwindelerregende Felsgrate, tiefe Schluchten und geheimnisvoll nebelverhangene Kiefernwälder, bizarr und gespenstisch anmutende karge Vulkanlandschaften, einsame schwarzsandige Badebuchten, bunte Blumenmeere vor weißgetünchten Mauern, das allgegenwärtige, tiefe Blau des Atlantik - die Insel ist klein und groß zugleich: zwar klein an Fläche, aber groß in seiner Vielzahl an faszinierenden Gesichtern, denen La Palma ihren Beinamen verdankt - la "Isla Bonita".
Das ist wirklich faszinierend und sollte neben dem Tauchen unbedingt genossen werden (Leihwagen)!
So facettenreich wie an Land ist La Palma auch unter Wasser - hier formten Lavaströme phantasievolle Berg- und Tallandschaften, kleine Schluchten, Tunnel, Torbögen und andere bizarre Felsformationen. Der Bewuchs ist zwar eher spärlich, dafür aber tummelt sich an den Steilwänden viel Fisch - und das alles bei ganzjährig angenehmen 19 - 24 Grad Celsius Wassertemperatur.
Das mit dem Fisch ist relativ, Madeira als Atlantik-Pendant bietet da doch mehr.
Sicher sind die Tauchplätze nicht mit einem tropischen Korallenriff vergleichbar, und wer das ultimative Taucherlebnis sucht, wird nicht gerade La Palma wählen, dafür aber kann die "Isla Bonita" mit unberührter Natur, interessanten Unterwasserlandschaften und ausgezeichneten Sichtweiten von bis zu 40 m aufwarten.
Diese Sichtweiten hatten wir leider selten, aber das ist natürlich stark wetterabhängig.
Ein Großteil der La Palma-Urlauber sind Naturliebhaber und Wanderer; Taucher sind - noch - eher eine "exotische" Randgruppe und werden von Badegästen und Passanten auf ihrem Weg ins kühle (bzw. lauwarme) Naß mißtrauisch bis neugierig beäugt. Gerade diese Kombination aus interessanter "Über-Wasser"-Landschaft, der Möglichkeit zum Badeurlaub und den nahgelegenen Tauchplätzen macht La Palma jedoch besonders attraktiv für alle diejenigen, die ihre Nase nicht ausschließlich "unter Wasser" stecken wollen, so z.B. auch für Familien mit nichttauchenden Mitgliedern oder kleinen Kindern.
Prinzipiell richtig, allerdings sollte der Rest der Familie dann vor allem an Landschaft und Wanderungen interessiert sein, kulturelle, historische oder architektonische Sehenswürdigkeiten sind doch eher selten.
Mit nur 4 Stunden Flugzeit bietet sich die Insel besonders auch für Kurzentschlossene an, die in der Zwischensaison bei angenehmem Klima für eine paar Tage "Preßluft schnuppern" und ausspannen wollen - über und unter Wasser.
Wie bereits beschrieben ist La Palma zu schön, um nur "von unten" betrachtet zu werden; man sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, um die Insel auch über Wasser zu erkunden - zu Fuß, mit dem Fahrrad (Uiih, nur für harte Pedalritter!) oder mit dem Auto. Die Möglichkeiten zum Wandern sind vielseitig: von kurzen Rundwegen für "normale" Spaziergänger bis hin zu Mehrtageswanderungen mit Hochgebirgscharakter; entsprechende Wanderkarten sind überall auf La Palma erhältlich.
Das ist absolut richtig, die Gebirgsregionen sind wanderergemäß sehr gut entschlossen, und es gibt auch sehr schöne bequeme Wege für nicht Himalaja-Bezwinger.
Wer nur einen Kurzurlaub plant, sollte sich auf jeden Fall für mindestens ein bis zwei Tage einen Mietwagen leihen, um die schönsten Regionen der Insel zu "erfahren". Nachfolgend daher eine kurze Beschreibung der aus unserer Sicht schönsten Ausflüge, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Leider sind keine leichten bis mittleren Motorrädern ausleihbar, nur diese idiotischen Vespas. Angeblich zu wenig Interesse und zu viele Unfälle. Für erfahrene Fahrer (vielleicht mal Stern-Brevetierung vorschlagen!) wäre das ein ideales Gelände!
Caldera de Taburiente
Das Innere der Caldera de Taburiente, dem riesigen Kraterkessel im Zentrum La Palmas, kann man nur zu Fuß erreichen; entsprechende Wanderungen sollte man anhand einer Wanderkarte gut planen oder sich einer der vielen organisierten Wandertouren anschließen. Faszinierende Einblicke in die Caldera erhält man jedoch auch schon, wenn man mit dem Auto hoch zum Kraterrand an der Nordseite fährt: Durch dichte Kiefernwälder windet sich die Straße in Serpentinen hoch zum Roque de los Muchachos, dem mit rd. 2.700 m höchsten Punkt der Insel. Von dort aus erreicht man in einer rund einstündigen Wanderung den Aussichtspunkt Mirador de los Andenes, der ebenfalls spektakuläre Blicke in die Caldera ermöglicht. Hier oben befindet man sich meist bereits über den Wolken und kann in den bewaldeten Kessel hinunterblicken, aus dem der Wind immer wieder Wolkenfetzen die steilen Felswände hinauftreibt. Absolute Spitze und von uns bisher nirgendwo ähnlich gesehen!
Die Vulkane des Südens
Karg und lebensfeindlich - wie in einer Mondlandschaft - sieht es hier aus: Erstarrte schwarze Lavaströme, über denen in der Mittagshitze die Luft vibriert, Felswüsten in Rot- und Brauntönen bis hin zu kalkweißen Gesteinsschichten, dazwischen erheben sich die zwei jüngsten Vulkane der Insel: "San Antonio" und "Teneguia". Beide lassen sich - festes Schuhwerk vorausgesetzt - recht leicht besteigen und bieten einen phantastischen Ausblick über diese unwirklich bizarre Landschaft. Der vereinzelt noch aus Felsspalten quellende, in der Nase stechende Schwefeldampf erinnert daran, daß der jüngste Vulkanausbruch auf La Palma (Teneguia) gerade mal rd. 20 Jahre her ist.
Erreichen kann man den Südzipfel der Insel über die "normalen" Straßen nach Fuencaliente; wer Lust und Zeit hat, kann sich auch in einer Tagestour über die Cumbre Nueva und die Cumbre Vieja auf der "Ruta de los Vulcanos" dieses Naturschauspiel erwandern. Ein nicht ganz so "hautnahes", aber noch immer faszinierendes Erlebnis ist es, auf der Schotterpiste unterhalb des Bergkamms der Cumbre Nueva / Cumbre Vieja per Fahrrad oder Auto (das einigermaßen geländefest sein sollte) in den Süden zu fahren. Mal über, mal unter und manches Mal auch in den Wolken führt der Weg durch dichten Kiefernwald und über steile Lava-Geröllhänge hinweg, und immer wieder öffnet sich der Blick auf die tief unter einem liegenden Hänge der Westküste und das Meer.
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