Diskussion zum Erlaß in Frankreich
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---------------------------------------------------------------------------------- Peter Rachow
>Laut VDST-DTSA-Ordnung (6.1) duerfen *-Taucher "an Tauchgaengen
>teilnehmen, die von einem erfahrenen Taucher (wenigstens
>VDST-CMAS-Taucher***), gefuehrt werden, (sicher) teilnehmen."

In Frankreich gilt _nur_ das entsprechende "areté" (Tauchgesetz), das natürlich von den verbandsinternen Regelungen anderer Länder/Verbände abweichen kann. Dies deshalb, weil zwar das franz. Gesetz (BTW: eigentlich ist das "areté" gar kein Gesetz, sondern eine Ministerialverordnung, was aber glaube ich in der Praxis wenig Bedeutung hat) nur die CMAS (über den franz. Verbandsvertreter FFESSM) als maßgebenden Tauchverband anerkennt, sich aber im Gegenzug nicht an den Regelungen anderer CMAS-Verbände orientieren muss.

M. a. W.: Was andere Tauchsportverbände (auch wenn sie CMAS-Mitglieder sind) anderer Länder machen, wird das französische Jugend- und Sportministerium, dass die Verordnung herausgebracht hat , in der Praxis wenig interessieren.

Wie ich anderswo schon geschrieben habe: Bei den meisten Basen wird die Sache sehr eng gesehen: CMAS* oder PADI OWD taucht nur mit TL-Begleitung bis 20 m WT. TL-Begleitung heißt in diesem Zusammenhang auch, dass man sich nicht etwa seinen Lieblings-TL (in Gestalt von Ehemann / Ehefrau / Freund / Freundin / LebensabschnittsgefährIn) mitbringen darf. Im Gegenteil: Der TL benötigt eine staatliche Lizenz (brevet d'état) und muss von der FFESSM geprüft sein.

CMAS** tauchen ohne TL bis 20m, mit TL bis 40m. CMAS*** ohne TL bis 60m.

Aber nochmals: Diese ganze komplizierte Regelung betrifft, so wurde uns erklärt, nur die _kommerziellen_ Basen, die taucherische Dienstleistungen in Form von Tauchausfahrten, im Bedarfsfalle begleiteten TG und Tauchkurse anbieten.
Dabei wurde immer wieder herausgestellt, dass die Basen, die Verstöße begehen, mit sofortigem Entzug Ihrer Lizenz zu rechnen hätten, was in der Praxis das wirtschaftliche Aus bedeuten würde. Daher auch die peinlich genaue Befolgung der Richtlinien.

Und: Das "areté" betrifft _nicht_ die private Taucherei. Wer also sich seine Flasche von zu Hause mitbringt, ein knallrotes Gummiboot im Gepäck hat und damit zur "Togo" fährt, sich dort versenkt und hoffentlich wieder auftaucht,
kann die Flasche ohne weiteres bei einer der Basen füllen lassen. Diese Art von Taucherei fällt nicht unter die gesetzl. Regelung.


Also, wir haben mehrere Basen in Hyeres interviewt und gezielt nach der Interpretation der gesetzlichen Vorschirften gefragt. Einhelliger Tenor war, wie bereits mehrfach gepostet:
- OWD-PADI-Taucher werden immer * eingruppiert.
- PADI AOWD u. höher machen ein Check-TG und erhalten bei Bestehen ein CMAS**-Brevet, das nur für die Basis gilt.
- Das Regelwerk wird angewendet auf Bezieher taucherischer Dienstleistungen:
Teilnahme am Tauchprogramm der Basis, Transport zum Tauchplatz, Ausrüstungsverleih, Tauchkurse, Schnuppertauchen, etc.
- Das Gesetz findet keine Anwendung auf Privattaucher, die nur Luft "kaufen" wollen und ansonsten auf sich alleine gestellt sind.
(alles laut Aussagen von verschiedenen Basenmitarbeitern)

Im Web findet man:

>La plongée baptême (=Schnuppertauchen) est limitée à une profondeur de 6 mètres.
>Un plongeur Niveau 1 ne pourra pas dépasser la profondeur de 20 mètres.
>Un plongeur Niveau 2 ne pourra pas dépasser la profondeur de 40mètres.
>La profondeur maximum est de 60 mètres pour les autres niveaux.
(Quelle: http://www.sub-plongee.com/ => "conditions générales")

>Mich wuerde auch interessieren, ob die Tauchbasen "privaten" Tauchern die Flaschen in der Praxis
>tatsaechlich fuellen.


Ja, ein Basenmitarbeiter, der es eigentlich wissen muss, sagte eindeutig, dass sich das "arete" nur auf die kommerziellen Anbieter von Tauchdienstleistungen bezieht, nicht auf den Verkauf von Tauchartikeln, worunter nach der Interpretation der Basen auch Luft fällt. Auf Befragen sagten andere Basenmitarbeiter eindeutig, dass Flaschenfüllungen nicht an ein Brevet gekoppelt sind.
---------------------------------------------------------------------------------- Claudia Prutscher
> Wenn man dann das PADI-Brevet zeigt, ist man ja aus
> französischer Sicht nicht tauchfähig und sollte also die Flasche auch nicht gefüllt bekommen.

In Art. 1 dieses Arrêté steht ausdrücklich, daß die Verordnung (nur) für diejenigen Einrichtungen gilt, die in Art. 47 des Gesetzes vom 16.07.1984 (Gesetz über die Organisation und Förderung körperlicher und sportlicher Aktivitäten) genannt sind und die die Ausübung des Tauchens mit Luft organisieren oder eine Ausbildung hierin bieten.

Daraus wird erstens deutlich, daß sich die Verordnung nicht an den "Privat-Padler in seinem knallroten Gummiboot" richtet und daß die Basen dadurch zweitens auch mitnichten daran gehindert sind, wem auch immer seine Preßluftflasche zu füllen.
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> Das ist so auch nicht ganz richtig.
> Ich war im Mai in St. Tropez. Dort wurden P...-Taucher gleichberechtigt
> behandelt. Ich als P...-Divemaster konnte ohne Probleme selbstständig an der Togo tauchen.

Da hast Du aber Glück gehabt, denn streng juristisch gesehen war das illegal, was die Basis da mit Dir gemacht hat. Daran ändern auch die Absichtserklärungen zwischen CMAS und PADI nichts, solange die diesbezüglichen gesetzlichen Grundlagen eben nicht geändert werden.
Ich selbst habe erlebt, daß ein PADI-Divemaster an Bord unseres Tauchbootes nur im Rahmen von Niveau 2 tauchen und daher auch nur an Ausfahrten zu Zielen teilnehmen durfte, die (auch) für Niveau 2 geeignet waren.
Die Auflagen für das Betreiben einer Basis sind in Frankreich ziemlich streng und beinhalten z.B. auch das Führen von Tauchlisten. Auf denen muß für jeden Tauchgang u.a. eingetragen werden, wer mit wem im Buddyteam unterwegs ist, welches Brevet welcher Teamtaucher hat, welche Grundzeit beim Tauchgang erreicht wurde und auf wieviel Metern
jeweils wie lange Deko-Stop gemacht wurde. Diese Listen muß die Basis jeweils so lange aufheben, wie der betreffende Taucher bei ihr taucht und jederzeit den zuständigen Behörden vorlegen.

Die Kontrollen der "Affaires maritimes" finden dort sogar auf See statt (selbst erlebt): Das Tauchboot wird zum Beidrehen aufgefordert, und der Verantwortliche an Bord muß besagte Listen zur Überprüfung hinüberreichen, oder ein Uniformierter macht halt mal einen kurzen Besuch an Bord. Wenn es da häufiger zu Beanstandungen kommt, droht dem
Basenbetreiber, daß er seine Lizenz verliert und den Laden schlicht dichtmachen darf. Zu den Vorschriften, deren Einhaltung da so fleißig kontrolliert wird, gehört nebenbei übrigens auch die, daß ein kommerzieller Organisator von Tauchausfahrten zwingend O2 an Bord haben muß.
---------------------------------------------------------------------------------- Uwe Hercksen
Das eine Vereinbarung zwischen FFESSM und PADI einen Erlass eines Ministeriums nicht aufhebt sollte eigentlich klar sein. Aber nach einer solchen Vereinbarung kann eine FFESSM Basis die komplette Nichtanerkennung von PADI Brevets nicht mehr fortsetzen.
According to the agreement between PADI and the French Federation, all divers are now welcome to dive in France regardless of certification organization. All that is required is a medical form signed by a doctor and a license from the French Federation, which is valid for one year and includes membership in the French Federation and insurance coverage for the diver. Divers can use PADI's Medical Statement as long as it has a physician's signature and stamp.
Die Einordnung von PADI Brevets muss natürlich noch festgelegt werden.
Ach ja, wegen veraltet und so, es gab zuerst den Arrêté von 91, dann den vom 22 juin 1998 und inzwischen noch eine Ergänzung vom 28 août 2000 sowie ein Gesetz (Loi) von 1984, siehe hier:
http://www.ctrbpl.org/index.html#sommaire unter Documents : La LOI :
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Du solltest den Arrêté du 22 juin 1998 mal wieder genau lesen, da wird nicht nur CMAS erwähnt, denn es gibt ja auch die Annexe I und II, da wird zuerst die FFESSM genannt, dann CMAS, dann die FSGT und noch die ANMP und die SNMP.
Alle diese Organisationen werden nur in dem Anhang erwähnt, vorher ist nur von den Niveaus die Rede.
Aber im Anhang steht nichts von CMAS-Niveau 1, 2 und 3, sondern von Plongeur 1 étoile, Plongeur 2 étoiles, Plongeur 3 étoiles, Plongeur 3 étoiles (*), (*) Certifié à l'étranger. Also CMAS * , ** und *** .


Annerose Mildenberger" <mildenbergers@yahoo.com> in d.r.s.t. im April 20002:

> > ;-) PADI-Taucher sind da eh arm dran - sorry

doch, auf den meisten Basen in Frankreich schon... (:-))
 
> Sind sie nicht, auch nicht in Frankreich - auch sorry!
> Warum hat hier noch Keiner die Vereinbarung PADI->FFESSM erwähnt?
> Offenbar hat sich das auch bis zu Leo noch nicht herumgesprochen...
> drst-Archiv gucken, da finden sich massig Info aus den letzten Monaten
> zu diesem Thema. Danach kommen solche Behauptungen nicht mehr vor.

.. ich habe die Vereinbarung dieses Jahr mal erwaehnt.
Habe dann extra eine Anfrage bei PADI gestartet (auf Wunsch kann ich Dir gerne die Antwort-mails schicken). PADI-Taucher koennen nun ein Kaertchen kaufen um in F. zu tauchen, schoen...
Die ganze Zeit konnten sie bei Brevet ab AOWD nach check bis 25 m tauchen... (galt dann halt fuer den Urlaub und die Basis)

Ich wollte dann von PADI wissen, was sich fuer die Brevets nach AOWD geaendert hat.
Antwort: Die koennen das Kaertchen auch kaufen, sollen zu PADI-Basis gehen, nach PADI-Standards tauchen....
Weitere Antwort franz. Gesetz gilt...
Jedenfalls gibt´s da weiterhin keine Aeqvivalenzliste fuer divemaster/***, d.h. ein divemaster darf so Basis will immer nur noch bis 25 m ohne TL
tauchen. Alles was tiefer ist braucht er immer noch den TL.

Mein Fazit nach den ganzen mails. Ausser dass PADI-Taucher ein Kaertchen kaufen koennen, hat sich fuer sie nichts geaendert!!! Fuer die meisten Basen in F, brauchst Du um autonom zu tauchen ein CMAS ***Brevet.

Irgendwann muss PADI doch anfangen * auf seine Brevets zu drucken (:-))

Gruss Annerose


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