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Tauchen
in D Gesch.
Mitteldeutschlands
Der Text ist allerdings schon etwas älter, Gewässermeldebrief
8 aus der POSEIDON 1963.
Man sollte also die Infos zur Infrastruktur etwas mit Hilfe der obigen Links
extrapolieren.
Name und Entstehung des Gewässers:
Der Saale-Elster-Kanal ist eine künstliche Wasserstraße von etwa 12 km Länge und 30m
Breite. Es war vorgesehen, mit dieser Wasserstraße eine Verbindung zwischen der Saale und
der Elster zu schaffen. Leipzig sollte dadurch an das Wasserstraßennetz angeschlossen
werden. Die Bauarbeiten wurden 1941 eingestellt --> Historie |
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Lage und Umgebung:
Der Kanal ist teilweise beiderseitig von bis zu 10m hohen Böschungen begrenzt. Im
östlichen Abschnitt, bis zum "Ödland" bei der Ortschaft Dölzig, sind Fuß-
und Radwege unmittelbar im Bereich der Böschung vorhanden. Im westlichen Teil, von
Dölzig bis zum Abschluß des Kanals, befinden sich auf den Böschungen nur noch
"Trampelpfade", die selbst einen Radfahrer zum Absteigen zwingen. |
Größere Kartenansicht |
Die durch Steinbrocken geschützte Böschung setzt
sich bis zum Bodengrund fort.
Westlich Burghausen befindet sich an beiden Seiten des Kanals der aus Laubbäumen
bestehende "Bienitzwald". Auf dem Gewässer findet kein Schiffsverkehr statt,
wenn von einzelnen Sportbooten abgesehen wird.
Der Zu- und Abfluß ist derartig gering, daß von einem stehenden Gewässer gesprochen
werden kann.
In Verlängerung des östlichen Abschlusses des Kanals grenzt das Hafenhecken an. Durch
Kieswaschungen hat dort in den letzten Jahren eine starke Wassertrübung eingesetzt, so
daß der Hafen nur bedingt zum Tauchen zu empfehlen ist.
Günstige Einstigsstellen liegen bei Dölzig Bienitz und Zschöchergen.
Achtung!
Heute ist das Betreten der Böschungen weiträumig verboten, so dass es mit dem Einstieg
schwierig werden kann.
Tiefe:
Die durchschnittliche Tiefe beträgt auf der gesamten Länge des Kanals 4 bis 5m.
Lediglich an der Ausweichstelle bei Günthersdorf liegt die Tiefe bei 6m.
Sichtweite:
Im Frühjahr und Spätherbst kann man eine Sichtweite bis zu 10m vorfinden, während sie
in den Sommermonaten bei 3 bis 5m liegt.
Grundbedeckung:
Im gesamten Gewässer ist Sand- und Kiesgrund vorherrschend. Faulschlammablagerungen sind
minimal.
Typische Pflanzen:
Im östlichen Teil ist das Tausendblatt (Uyriophyllum sp.) und das Hornblatt
(Ceratophyllum demersum L.) sehr häufig. Durch den üppigen Pflanzenwuchs des
Tausendblattes entstehen teilweise dicke Pflanzenpolster an der Wasseroberfläche. Im
Mittelabschnitt ist das Laichkraut (Potamogeton) häufig anzutreffen, und im westlichen
Teil findet der Taucher überwiegend die Armleuchteralge (Chara sp.).
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Typische Tiere:
Fast alle Süßwasserfische Mitteleuropas sind hier in reicher Auswahl vertreten.
Auf Grund der günstigen Wasserverhältnisse wurde durch den Deutschen Angler-Verband in
den letzten Jahren ein reichhaltiger Fischbesatz eingesetzt. Der Taucher wird
hauptsächlich Hechte, Zander, Barsche, Forellen (allerdings sehr selten), Seekarauschen,
Plötzen, Rotfedern, Kaulbarsche, Döbel, Bitterlinge, Güstern, Bleie und Schleie
antreffen. Einen ausgewachsenen Hecht (1,50m) oder Karpfen (1,20m) zu beobachten, gehört
zu dem seltenen Glück, das einem Taucher hold sein kann.
Weiterhin ist noch der Flußkrebs und die Teichmuschel erwähnenswert. Der Krebs kommt im
östlichen Teil, die Teichmuschel im westlichen Teil sehr häufig vor. |
Fahrverbindungen (damals):
Leipziger Taucher fahren, wenn sie in Günthersdorf tauchen wollen, entweder mit
der Straßenbahn oder mit dem Bus ab Hauptbahnhof (eigentlich
garnicht soo schlecht ;-)). Motorisierte Taucher benutzen am
besten die Autobahn und verlassen diese bei Günthersdorf. Von der B181 kann man überall
zu dem Gewässer gelangen.
Unterkunftsmöglichkeiten 1963:
Einen legalen Zeltplatz gibt es nicht. Die günstigste Gelegenheit zum Zelten ist
das "Ödland" und der "Bienitz" auf der nördlichen Seite des Kanals.
Die übrigen Abschnitte des Kanals sind zum Zelten weniger geeignet.
Versorgung (anno 1963):
Alle Orte, die auf der Skizze eingezeichnet sind, haben Bäckereien, Fleischereien und
Lebensmittelläden. Gaststätten befinden sich gleichfalls in jedem Ort. Tankstellen sind
in Günthersdorf und an der B87 (Ortseingang Leipzig). In Dölzig, Rückmarsdorf und
Günthersdorf sind KFZ-Reparaturwerkstätten.
Besonderheiten (jetzt auch
ein bisschen anders ;-)):
Der Saale-Elster-Kanal wird durch das Wasserstraßenamt Halle (Saale) verwaltet.
Der Deutsche Angler-Verband ist für die Hege und Pflege des Gewässers verantwortlich und
übt das Kontrollrecht am Gewässer aus. Das Befahren der Wege im Bereich der
Uferböschung mit Kraftfahrzeugen ist nicht gestattet, auch wenn kein Verbotsschild nach
der StVO vorhanden ist, weil es sich um einen nicht öffentlichen Verkehrsraum handelt.
Die GST-Tauchergruppe Leipzig hat im nördlichen Teil des Sperrtors einen
Gerätestützpunkt. Teilweise ist dort ein Drägerkompressor stationiert. Es empfiehlt
sich, bei Inanspruchnahme des Kompressors vorher den GST-Kreisvorstand zu benachrichtigen,
damit auch wirklich ein Kompressorenwart anwesend ist.
Am Sperrtor werden auch die örtlichen Wettkämpfe durchgeführt.
Der UW-Fotograf sollte allerdings den äußersten östlichen und
westlichen Teil des Kanals aufsuchen, da im Mittelabschnitt während der Sommerzeit reger
Badebetrieb herrscht.
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