Thailand -
Kao Lak
High Class Adventure Diving - Februar 2003zurück zu Reisen
Stadtplan Khao Lak
Örtliche Tauchbasen
"Nach Khao Lak wollen Sie, sind
Sie sicher? Da is' doch nix los, gehen Sie lieber nach Koh Samui, Phuket oder Ph Phi, da
ist das Leben!", sagte das Mädelchen im Reisebüro.
Aber wir blieben stur, wir hatten uns umgehört (Archiv von d.r.s.t.,
Reiseforum und Basenberichte bei taucher.net,...).
Nach mehrmals Ägypten wollten wir's mal richtig warm haben im Winter. Ägypten war schön
gewesen, aber doch mit heftigem Wind und kühlem Wasser um diese Jahreszeit. Und wir
schätzen eine ruhige Umgebung, in der es noch ein paar richtige Einheimische und lokales
Leben gibt. Deswegen hatten wir diesmal auch Thailand den Malediven vorgezogen, die wir
auch noch nicht kennen, wo wir aber doch ein Touristenghetto befürchten.
Also gut, auf nach Thailand! Und weil's so weiiiit ist, ein paar Tage länger als die
sonst übliche Woche. Da wir aus dem Backpack-Alter 'raus sind und sich im Terminkalender
nur mühselig genau diese 10 Tage freischieben ließen, vertrauten wir uns für 1600 EUR
pP wieder der großen T.. mit Komplettlösung (Flug&Hotel) an. 
Wie kommt man da hin?
Natürlich mit dem Flieger (neudeutsch für Flugzeug), aber erstmals in summa 13 Stunden
in der Luft von Dresden via München und Bangkog nach Phuket, dann nochmal 1h mit dem Auto
nach Norden bis Khao Lak.
Thai Air will Kopien unserer Tauchbrevets sehen, um 10kg zusätzliches Freigepäck zu
akzeptieren. Mein dicker Bleiakku interessiert diesmal niemanden, der 11. September ist
schon wieder eine Weile her. Thai Air überschwemmt uns förmlich mit seinem Service, man
könnte unausgesetzt trinken (auch Alkoholika) und essen, es gibt Kissen und Decken,
heiße Waschlappen,... und routiniertes Lächeln.
Auch ohne Stützstrümpfe gegen Sitztrombosen landen wir perfekt in Phuket und werden von
der Tropenschwüle mit 35°C fast erschlagen, die wir aber ziemlich schnell wegstecken,
weil in Küstennähe immmer ein schöner Wind weht. Die 6h Zeitunterschied machen mir
länger zu schaffen und die Klimaanlagen in Kleinbus und Hotelzimmer, die einem ihre 22°C
brutal durch die Nebenhöhlen blasen.
Sogar unsere Koffer sind diesmal mit uns gelandet, nicht erst 2 Tage später, wie wir's
auch schon hatten.
Ort, Gegend, Menschen,
Umstände,...
Khao Lak hält gerade noch das, was wir uns versprochen hatten. Es besteht
eigentlich nur aus ein paar Häusern links und rechts der Fernverkehrsstraße Nord-Süd,
dem Militärstützpunkt, einem Ambulatorium und dem gut geschützten Hafen, in dem noch
größere Fischerboote liegen. Die kleinen long tail boats mit ihren skurrilen Motoren der
einfachen Fischer findet man die ganze Küste entlang. Am Strand sieht man schon moderne
Hotelkomplexe aber auch noch preiswerte Hüttensiedlungen. Die Hotels sind angenehm flach
gehalten (dürfen angeblich nicht höher als die Kokospalmen aufragen) und wurden oft in
Form von Hüttensiedlungen gestaltet, die sich gut in die Landschaft einpassen.
Die Hotels und Bungalowsiedlungen sind
in einem Bereich von etwa 10km noch sehr locker um Khao Lak verteilt, wie auf dem Stadtplan zu erkennen. Wir sind einmal vom Zentrum zu unserem
Hotel Theptharo am Strand entlang gelaufen und haben immerhin 1,5h gebraucht. Was Khao Lak
als Touriort prädestiniert, sind die langen schönen Sandstrände (wer's braucht), der
unmittelbar dahinter beginnende feuchte, grüne Dschungel und die größtmögliche Nähe
(60km) zu den Similan-Inseln, einem der besten Tauchgebiete in Thailand (sagt man).
Ein Großteil der Infrastruktur ist natürlich auch schon auf Touristen zugeschnitten
(Andenkenkitsch-Buden, Maßschneidereien, Tauchbasen, Pickup-Taxis, Elefantenreiten,...).
Aber das ist im Moment noch in einem schüchternen und erträglichen Rahmen. Baustellen
für neue Hotels sind allerdings allerorten zu sehen. Nachtbars und Diskotheken haben wir
noch nicht entdeckt. Also noch ein, zwei Jahre....:-((
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Die allgegenwärtigen meist
mobilen Stände mit sehr gutem vielfältigen Essenangebot sind übrigens durchaus nicht
(nur) für die Touristen gemacht, sondern fester Teil des einheimischen Lebens.
Als Tourist kann man sich da ein perfektes Menü zusammenstellen, indem man an dem Stand
die Hors-d'uvres, am nächsten die Hauptgerichte und am 10. die Desserts nimmt und
sich so durch den Ort frißt ;-). Und preiswert ist es wirklich! |
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Generell ist das Preisniveau für
alles, was von Thais geboten oder in Anspruch genommen wird, sehr niedrig (Beutelsuppe 5
THB, 1l Super 17 THB, 1 Tag Moped ausleihen 180 THB,... 1EUR = 45 THB). Wo die Leistungen
nur für Touristen sind (Elefantenreiten,...) oder von ausländischen Anbietern stammen
(Tauchen, Autoverleih,...), sieht die Sache schon deutlich anders aus. Man kann das aber
auch günstiger und "abenteuerlicher" bekommen, wenn man sich statt an die
großen Anbieter, die im Hotel werben, an die Einheimischen direkt wendet. Wir sind z.B.
mit dem Moped aufs Land zur Elefantenstation gefahren und haben uns ohne Reiseleiter durch
den Dschungel schaukeln lassen. An einem küstennahen Wrack sahen wir auch Taucher, die
sich irgendwo volle Flaschen besorgt hatten und mit dem long tail boat eines Fischers zum
Wrack geschippert sind. Dazu waren wir denn doch zu träge. Das eventuell größere Risiko
(Haftpflicht, Versicherung,...) muß sowieso jeder für sich abschätzen.
Geld zu beschaffen (aus eigenen
Quellen!) ist kein Problem. Selbst in dem Nest Khao Lak gibt es x Wechselstellen, die sich
vom Kurs her geringfügig unterscheiden und auch einen(?) Automaten, wo man mit der
EC-Karte Geld ziehen kann (gegenüber Basis Sea Bees).
Das Telefonieren mit Handys scheint problemlos zu sein (nur vom Hörensagen, keine Ahnung,
welche Netze).
Internetzugang und Email wurden an mehreren Stellen preiswert angeboten (30 Minuten 1
Euro) und funktionieren auch.
Filme konnte man vor Ort entwickeln lassen (keine Ahnung, wie die Qualität ist).
Ein Lädchen, das Flashcards oder direkt von der Digitalkamera einliest und z.B. auf CD
brennt, haben wir allerdings nicht gefunden.
Wenn Ihr eine(n) nichtauchende(n) PartnerIn
mitlocken müßt, hilft vielleicht noch folgendes Sahnehäubchen. Man kann da in Läden
gehen, sich aus einer Riesenauswahl einen Stoff (Textilie!) auswählen, in der
allerneuesten Modezeitschrift auf ein Designermodell tippen (So will ich aussehen!), sich
ausmessen lassen, nach 24h und nach 48h wiederkommen und das Designermodell mitnehmen,
Tatsache! Der Preis wird Euch natürlich erschrecken, 68 Euro für ein zweiteiliges Kleid!
Da hatten wir nicht mal mehr Lust zum Handeln.
Ein Pluspunkt der Destination Khao
Lak (verglichen mit einem Küstenhotel in Ägypten) ist für uns das Hinterland. Man kann
(in den tauchfreien Zeiten) durch Dörfer, Städtchen und die Landschaft streifen (Moppett
fahrn ;-)) und die Seele baumeln lassen. Wir sind dabei immer auf freundliche und
hilfsbereite Menschen gestoßen, bei denen wir uns jederzeit sicher gefühlt haben.
Ach, überhaupt Moppett fahrn! Weit vor den
zahlreichen pick up cars ist das kleine Ding nationales Beförderungsmiitel Nummer 1, das
brutalstmöglich ausgenutzt wird. Wir haben Mopeds gesehen, die vier Thais trugen oder die
mit Kastenbeiwagen einen ganzen Essenstand beförderten. Da sie an jeder Ecke quasi ohne
Formalitäten (nur Hotel und Zimmernummer sagen, kein Paß, keine Fahrerlaubnis) sehr
preiswert (etwa 4 Euro pro Tag) leihweise zu haben waren, war sowas auch unser
Beförderungsmittel (immerhin 6 km zum einsam gelegenen Hotel). Natürlich haben wir
uns damit auch mal auf die Schn---ute gelegt (Linksverkehr, Rechtskurve, Rollsplitt,...)
und an Arm, Bein und Moped ein bißchen Bast abgescheuert. Das war aber gleich wieder
Gelegenheit, spontane Hilfsbereitschaft, die nicht auf Bakschisch aus war, und das
thailändische Gesundheitswesen kennenzulernen ;-))
Hotel
Im Katalog hatten wir das Theptharo Lagoon Beach Resort ausgewählt. Hätten
wir vorher gewußt, daß es 6 Kilometer vom Ort weg ist, hätten wir wohl ein anderes
vorgezogen. Aber mit dem Abholservice der Tauchbasis, dem Busshuttle des Hotels (in
anderen Hotels durchaus nicht üblich) und unserem Moped wurde der Nachteil mehr als
ausgeglichen, und der Rest war Spitze!
Untergebracht war man in einem
massiven Bungalow mit Klimaanlage, der als Pfahlbau in der üppig bewachsenen und gut
gepflegten Lagunen-Landschaft stand, 100m vom Strand entfernt. Veranda, geräumiges
einfach eingerichtetes Doppelzimmer mit Teakholzfußboden und eine Naßzelle mit Dusche
und Riesenbadewanne waren unser kleines Reich, wo man von Nachbarn kaum etwas sah oder
hörte. Irgendwo im Zentrum der Anlage war das Restaurant, in dem man Frühstück und
Abendbrot bekam. Der klimatisierte Bungalow und das für die Seewinde frei durchlässige
Restaurant ließen einen die tropischen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit
problemlos ertragen.
In der Lagune hätte ich einiges an lästigem Ungeziefer vermutet, aber nur sehr wenige
Mücken und Ameisen bedrohten unsere Pfirsichhaut. Das schob ich zunächst auf erheblichen
Insektizideinsatz, aber es gab Fische in der Lagune und Schmetterlinge im Park. Auch bei
unseren Spaziergängen im nicht kultivierten Dschungel haben wir keine Probleme mit
Insekten gehabt.
Die gebuchte Halbpension wurde so geregelt, daß wir weitgehend freie Wahl (1 Vorspeise, 2
Hauptgerichte, 1 Nachspeise, Kaffee/Tee) in der reichhaltigen Speisekarte mit
einheimischen und ausländischen Gerichten hatten. Das Essen war von hervorragender
Qualität und immer frisch zubereitet, Pharaos Rache erreichte uns in Thailand nicht. Die
nette Bedienung durch viele junge Leute war manchmal etwas konfus, aber wen stört das
schon im Urlaub?
Ich würde trotzdem in Thailand nicht wieder HP nehmen, einmal, um die verlockenden
Straßenstände besser nutzen zu können, zum anderen wäre das reine à-la-carte-Essen
wohl preiswerter und vernünftiger gewesen, denn so hat man doch öfter nach dem Grundsatz
gegessen "Lieber den Magen verrenken, als dem Wirt was schenken!". Gerichte und
Getränke waren auch in diesem guten Restaurant sehr preiswert (Hauptgericht um 3Euro,
0,4l Bier 1,2 Euro).
Die Rezeption war immer von einer rührenden Hilfsbereitschaft, allerdings war das
Ausfüllen von vielen Formularen und handschriftlichen Listen, obwohl um die Ecke mehrere
Computer standen, sehr beliebt (auch an anderen Stellen zu beobachten). Die Nutzung von
Safes war kostenfrei. Der Weckdienst klappte jedes Mal. Vor der offiziellen Zeit
Frühstück zu bekommen, war kein Problem.
Tauchbasis und Tauchen
Daß wir in Khao Lak vom Bett nicht ins Hausriff abtauchen konnten, hatten wir ja
glücklicherweise vorher in Erfahrung gebracht. Daß aber selbst da Schnorcheln an der
Küste, auch in Felsennähe, bei diesem ideal erscheinenden Wasser sinnlos war, mußten
wir dann vor Ort einsehen (praktisch keine Fische und schlechte Sicht!).
Für's Tauchen waren also
Tages-Boot-Ausflüge zu den vor der Küste "nahegelegenen" Tauchspots angesagt,
was wir dann auch zielstrebig in Angriff nahmen.
Der wesentliche Knackpunkt bei den vielen Angeboten neben dem Preis war der eingesetzte
Bootstyp. Mit dem gemeinen Tauchboot, wie wir's von Ägypten kannten, braucht man gut 3
Stunden für die etwa 60km zu den Similan-Inseln. Dafür hat man (meist) Platz zum
Ausbreiten und Umziehen, kann bequem schlafen, essen und mit den anderen schwatzen.
Wichtig war auch der Sonnenschutz, man war immerhin über Mittags unterwegs.
Mit einem Speed-Boot, dem anderen möglichen Bootstyp, schafft man die Strecke in etwa
1,5h, aber es ist eng, unbequem und man wird mindestens 3cm kleiner ;-).
Das Ganze ist natürlich eine Temperamentsfrage und hängt eventuell davon ab, ob man
nichttauchende Mitbürger nicht so lange allein lassen will/darf. Bei uns keine Frage, wir
wollten's bequem und langsam, Nichttaucher warteten keine. Und das Sonnen auf dem Boot ist
wegen dem Fahrtwind angenehmer als das Bruzzeln am Strand.
Tauchbasen findet man in Khao Lak schnell, mindestens zwischen zwei Maßschneidereien ist
immer eine. Der Überfluß täuscht allerdings auch ein bißchen, einige Basen haben
kleine Dépendancen in der Nähe großer Hotels, um Kunden abzufangen.
Wir verglichen mal kurz die Preise, fanden, daß BubbleBlue 4000 Baht und High Class nur
3000 Baht für den 2-dive-trip haben wollten (zzgl. Ausrüstung außer Flasche und Blei).
Das sind immerhin stolze 67Euro, aber darin sind 9Euro Nationalpark-Gebühr, Frühstück
und Mittagessen, Trinkwasser und der Transfer vom/zum Hotel, automatischer Transport der
Ausrüstung von der Basis auf's Boot, Guide und die elend lange Bootsfahrt enthalten.
Faul, wie wir (im Urlaub) sind, suchten wir nicht weiter, blieben bei High Class und
haben's eigentlich nicht bereut. Die Leutchen waren nett, es gab einen kleinen
last-minute-Rabatt von 100 Baht und später bei weiteren Buchungen die Verrechnung als
Package.
Früh 6.45 Uhr wurden wir vom Hotel
abgeholt, oh Gott, und das im Urlaub! Dann ging's im nahegelegenen Hafen vom Pickup auf's
Boot. Beim ersten Mal war's (für uns) die reine Sahne, nur sechs Taucher auf der
Reefrunner, die zur Not 24 Taucher fassen kann. Beim letzten Mal hatten wir Pech, 25
Mitfahrer, davon 13 Taucher. Da ähnelte das Sonnendeck dann doch schon einer
Sardinendose, ich schaffte es aber, im Schatten zu bleiben. Die anderen Male lag's
dazwischen, aber mehr nach unten hin.
Nach dem Verstauen des Gerödels (jeder hatte seine Kiste von der Basis) und der Montage
der Ausrüstung gab's erstmal Frühstück (Sandwiches), und dann war 3 Stunden Abruhen
angesagt. Auf dem Sonnendeck war der Motorenlärm erträglich, so daß man sich auch mal
mit dem bunten Völkergemisch an Board unterhalten konnte. Fischerboote, fliegende Fische,
Delphine waren eine kleine Ablenkung. Vor Langeweile gestorben sind wir jedenfalls nicht,
auch nicht auf der Rückfahrt, die uns manchmal erst gegen 19.00 Uhr wieder in den Hafen
brachte, wenn es schlagartig dunkel wurde.
Kurz vor der Ankunft wurde dann jeder Tauchgang mit einem Briefing vorbereitet, das aber
meist nichts Besonderes bot, da die TG sehr einfach waren. Immer an der Inselkante lang
bis 50bar, dann aus 5m die Boje setzen, 5min Sicherheitsstopp und dann oben warten, bis
das Boot kommt, k aum Strömungen und Möglichkeiten, sich zu verirren. Ein Guide war also
eigentlich nicht nötig, war aber immer dabei. Die Jungs und Mädels müssen wohl schon so
einiges an Urlaubstaucherlein erlebt haben.
Man konnte sich aber auch ohne saure Reaktionen erheblich vom Guide entfernen, nachdem die
ersten Bekanntschaften gemacht waren. Maximale Tauchzeit und -tiefe wurden
vorgegeben, meist 60min und 30m, aber niemand entblödete sich, die Tauchcomputer zu
kontrollieren. Es ging alles entspannt und ruhig zu, Ziel war, möglichst viel unter
Wasser zu entdecken.
Der erste Wahnsinnseindruck für uns
war die Wassertemperatur, etwa 28°C von der Oberfläche bis 40m. Wir waren eine Stunde im
Wasser und hatten keinerlei Kältegefühle! Wir sind im Shorty getaucht, aber mehr wegen
mechanischem als wegen Kälteschutz.
Die Sicht war an den Similans meist zwischen 20 und 30m, zum TinMiner (Küstennähe) kommt
dann noch was.
Schlimme Strömungen hatten wir an unseren Tauchplätzen nicht, es soll aber hin und
wieder doch welche geben.
Das zweite Plus gegenüber unseren
bisherigen Tauchgängen (nicht in den Volltropen) war der unwahrscheinliche Reichtum und
die Vielfalt an Korallen. Wir sind durch wahre Korallengärten geschwommen (Spot: East of
Eden), wie wir sie auch im südlichen Ägypten nicht in diesem Grade gesehen hatten.
Das dritte war das größere Getier.
Vielleicht hatten wir im Roten Meer bisher Pech, aber hier sahen wir einen Manta,
Leopardenhaie, Schildkröten, Seeschlangen, jede Menge Muränen, Steinfische und und ...
Ein Hobby-UW-Fotograf, Hermann Fuchs, der mit an Bord war, hat mir hier
freundlicherweise Fotos zur Verfügung gestellt, damit's nicht bei einer dürren verbalen
Beschreibung bleibt. Wer von seinen Bildern noch mehr sehen möchte, kann einmal in die Galerie schauen oder sich die Seite von den fitten Divern aus Vilshofen ansehen. Die
Fotos sind übrigens in Khao Lak entwickelt worden.
Martina
& Mark Lothert, die auch mit uns getaucht sind, haben netterweise auch eine
Auswahl ihrer Fotos geschickt (siehe die nächsten beiden). Weitere Fotos von ihnen habe
ich in einer zweiten kleinen Galerie zusammengefaßt.
Aber weiter zum Tauchen ....
Nach dem ersten TG gab's gegen 12.00 Uhr Mittag, ein einfaches schmackhaftes Thai-Gericht
und Melone und Ananas bis zum Abwinken, und der Platz wurde gewechselt. Die leeren
Flaschen wurden gleich an Bord gefüllt (Lärm erträglich).
Die Basis verwendet übrigens 12-l-Aluflaschen mit INT-Anschluß. Man braucht also
normalerweise für den eigenen Regler einen Adapter, den wir ausgerechnet dieses Jahr
erstmalig zu Hause gelassen hatten, weil er nie nötig gewesen war. Aber die Basis hilft
gegen einen Miniobulus aus.
Wir hatten sonst unsere eigene Ausrüstung mit, so daß ich über die Qualität der
Leihausrüstung nicht viel sagen kann. Blitzneu sah sie nicht aus, aber das ist wohl auch
nicht immer nötig. Eimal sprudelte ein Leihjacket munter vor sich hin, weitere Probleme
habe ich nicht bemerkt. Bei kleinen Problemen mit eigener Ausrüstung, die ein Kollege
hatte (0-Ring def), wurde vom Guide schnell geholfen. Auch die "Versorgung" mit
Antispuck-Pillen klappte an Bord problemlos.
Nach einer Pause von etwa einer Stunde (wer wollte, konnte schnorcheln) ging's dann zum
zweiten Mal ins Wasser und danach mit Volldampf nach Hause.
An einem Tag haben wir auch mal einen 3-dive-trip gemacht. Die Tauchgänge waren
natürlich auch schön, es entstand durch die relativ kurzen Pausen zwischen den TG aber
doch ein bißchen Streß, und die TG waren zu kurz (40min) und zu flach (max. 20m). Da das
Wochenprogramm aber langfristig feststand, konnte man sich herauspicken, wann man mit High
Class und wann vielleicht mit einer anderen Basis taucht.

Ein beeindruckender Tauchgang war noch der am
TinMiner, dem Wrack eines Blecheimers, der früher zur Zinngewinnung eingesetzt und dann
versenkt wurde. Die Fahrt dorthin geht nur etwa 1,5h die Küste entlang nach Norden, und
das Boot ankert bequem an einer Boje. Das Wrack liegt in reichlich 20m Tiefe und ist für
die Tierwelt ein künstliches Riff geworden. Alle Fische der Umgebung scheinen sich hier
zu versammeln, da sonst nur kilometerweit Sandgrund ist. Man schwebt am Bojenseil herab in
eine wahre Fischsuppe, wohin man sieht, interessantes Getier. Leider ist die Sicht auch
nicht viel besser als in Boullion, aber so konzentriert man sich wenigstens auf seinen
Gesichtskreis. Aus jedem Löchlein guckt eine kleine Muräne, Steinfische laden zum
Anfassen ein, die Rotfeuerfische drängeln sich unter den Überhängen, und ein
Leopardenhai schläft dicht neben dem Taucher, wow! Eindringen kann man kaum in das Wrack,
drinnen herrscht ein wildes Durcheinander von Stahlteilen. Die beiden Tauchgänge am
TinMiner werden mir unvergeßlich bleiben!
Da wir am nächsten Tag fliegen mußten,
sind wir zu unserer letzten Ausfahrt "nur" als Schnorchler mitgefahren (2200
Baht all inclusive), was sich durchaus auch gelohnt hat. Während die Taucher UW waren,
haben wir direkt zwischen den Felsen der Küste zwei 1-stündige Schnorcheltouren gemacht,
natürlich auch von einem Guide umsorgt ;-), die sowohl im Flachbereich mit viel Bewuchs
und buntem Kleingetier als auch im 20-m-Bereich wegen der perfekten Grundsicht Klasse
waren.
Außerdem konnten wir bei der Gelegenheit die weltbewegende Neuheit ;-), den Power
Snorkel, bewundern (mitschwimmender akkubetriebener Kleinkompressor mit langem Schlauch
und 2. Reglerstufe am Ende), der allerdings von einem "Fremdunternehmen"
in eklatanter Unfähigkeit an zwei Opferpaaren zelebriert wurde, wie man zur Ehrenrettung
unserer Basis betonen muß.
Tja und damit war Tropentauchen schon
passé, und wir kehren in die heimischen Steinbrüche zurück (aber erst ab Mai!).
Fazit
Das Tauchen in Thailand war für uns
durch die tropischen Bedingungen eine beeindruckende neue Erfahrung. Beim nächsten Mal
sollte man vielleicht einen Teil des Urlaubs auf einem Safariboot verbringen, weil damit
"mehr tauchen" ohne die langen Anfahrten möglich ist, und den Rest der Zeit
für die Besichtigung des Landes nutzen.
Mit den Leistungen von High Class Adventure waren wir durchaus zufrieden und können sie
weiter empfehlen. Es hat immer alles geklappt, war angenehm und mit wenig Streß und
Bevormundung. Die fette Sardinenpackung auf dem Boot nach einigen mageren Fahrten kann man
geschäftlich schon verstehen. Aber Achtung, zuviel zerreißt den Sack, wie mein Opa
sagte!
Die Bedingungen beim Flug und im Hotel waren nahezu perfekt, und irgendwie sind unsere
Erwartungen wohl übertroffen worden.
Die natürliche Hilfsbereitschaft von uns in keiner Weise verpflichteten einfachen
Menschen in Thailand hat uns tief berührt.
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Letzte Änderung 14.07.08 |