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Kroatien -
Bootstour mit der Konkordia/Split
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| Keiner meiner sonstigen
Tauchbegleiter hatte Lust, noch Urlaub oder Geld, dieses Jahr die Tauchsaison wieder mit
einer Woche in Kroatien abzuschließen. Also war ich frei in meinen Entscheidungen und
konnte endlich mal den Versuch einer Bootstour starten, bei dem sie sonst immer die Nase
gerümpft hatten (möh, zu eintönig, immer nur Wasser und die selben Gesichter,...). Ich
stieß im Netz auf das Angebot des nahegelegenen Meißener Tauchshops, der für reichlich
500 eine Woche Tauchen, Essen und Übernachtung auf einem Boot offerierte, das von
Trogir aus starten sollte. Da das schön weit südlich ist, was ich anstrebte,
schlug ich eine Woche vor Abfahrt noch zu und wagte als alter Knabe den Sprung in eine
unbekannte Bootsgemeinschaft. Kurz vor knapp wurde dann aus organisatorischen Gründen das Boot noch "umgerubelt" und unser Grüppchen auf die kleinere Konkordia nach Split verlegt, die schon für eine andere Gruppe vom Frankenberger Tauchcenter gechartert war. Mon Dieu, dachte ich, wieder bei Tek-Divern gelandet ;-)) (siehe Kampor). |
AnreiseDa ich zu faul war, mit eigenem Auto da runter zu fahren, wie wir es sonst immer gemacht hatten, oder einen Flug zu organisieren, deichselte Karsten vom TS Meißen eine Fahrgemeinschaft für mich, die prima funktionierte. Also gondelten wir die 1300km zu dritt und mit vollem Tauchgepäck (Flaschen und Blei waren mitzubringen) mit Florians kleinem tapferen Golf da runter und wieder rauf, wobei jeder einen Teil der Strecke chauffierte. Das reduzierte die Kosten ganz schön, knapp 100 auf jeden für Benzin und Maut. Diesmal fuhren wir tiefer im Lande, als ich es bisher getan
hatte, über Maribor, Zagreb, Karlovac, Slunj, Knin nach Split. Ab Karlovac waren rund
300km Landstraße zu bewältigen, was den eigentlich anspruchsvollen Teil der Strecke
darstellt, da es über enge Gebirgsstraßen geht, die allerdings gut ausgebaut und für
unsere Verhältnisse dünn befahren sind. Tankstellen und kleine Läden oder Bistros an
der Strecke sind kein Problem. Der Sprit ist angenehm billig (etwa 0,80/l Super95),
und man akzeptiert überall den Euro als Zweitwährung zum Kurs von 1:7 (offiziell 1
= 7,55 Kuna). Wen die Müdigkeit packt, der findet sicher auch eine Übernachtung, Zimmer
(Sobe) werden überall angeboten.Kriegsfolgen sind in den Dörfern allerdings noch überall in Form zerschossener oder verlassener Häuser zu sehen. Aber genauso gibt es viele Zeichen des Neuaufbaus. Schneller und bequemer ist eventuell die Strecke über eine neue Autobahn, von der wir erst in Kroatien erfuhren und die wir für die Rückfahrt nutzten. Sie geht von Zadar (also zunächst von Split bis Zadar etwa 140km Küstenstraße fahren) nach Karlovac, endet aber im Moment noch etwa bei Slunj und ist noch mautfrei. Auf der Rückfahrt hatten wir übrigens im höheren Gebirge schon Schnee, der die braunen und grünen Bäume tief niederbeugte. |
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Wir starteten gegen 15.30 Uhr
in Dresden und waren glücklich, mit 5-stündiger Schlafpause bei Karlovac, gegen 10 Uhr
am nächsten Tag im Spliter Hafen. Dank regem Handyverkehr fanden wir rasch die anderen
Teilnehmer und harrten gemeinsam im belebten Split, das mit seinem Palast aus der
Römerzeit und seinem Samstagsmarkt durchaus einen Stadtbummel wert war, der Ankunft
unseres stolzen Schiffes. Schließlich trudelte die kleine nette Konkordia ein, und wir konnten unser Gerödel direkt aus den Autos am Pier an Bord schleppen und uns einnisten. Die Autos wurden kostenfrei auf dem Grundstück des Käptns in der (weiteren) Nähe untergebracht (und am Reiseende problemlos dort wieder abgeholt). Sonst hätte man sie für 75/Woche auf einem Parkplatz am Hafen abstellen müssen. Nachdem das größte Getümmel vorbei war, traf man sich in der Messe, die Mannschaft stellte sich vor und spendierte einen Sebstgebrannten zur Begrüßung. Es duftete schon aus der Kombüse, und bald nach dem Ablegen genossen wir das Begrüßungsmal. Wir waren in die Bordroutine eingerastet. |
| Das Boot Die Konkordia ist ein 6-Jahre-altes Stahlschiff (Eigner = Kapitän), das qualitativ gut und durchdacht ausgebaut ist. Der Passagierbereich besteht aus Vordeck mit Bänken/Tischen und Sonnenschutz, der Messe, drei Toiletten mit Dusche (warmes und kaltes Süßwasser), dem Tauchdeck am Heck und einem freien Sonnendeck, wo auch die beiden Kompressoren stehen. Die Doppelkabinen sind unter Deck und beinhalten, spartanisch wie üblich, nur eine Doppelstockliege und einen offenen Spind. Das ganze Schiff war immer sauber und aufgeräumt. Der mittelgroße Taucher konnte sehr gut und ohne Dieselgestank in den Kabinen schlafen, so daß der mitgebrachte Schlafsack für's Oberdeck ungenutzt blieb. Einzig an das über die Membranwirkung des Stahlrumpfes verstärkte stochastische Geklickere im Hafenbecken mußte man sich in der Koje erst gewöhnen. Das Schiffchen ist ganz auf die Bedürfnisse von Sporttauchern
ausgerichtet. In der Mitte des Tauchdecks stehen auf Bänken zwei Reihen Flaschen bzw.
montierte Geräte, über denen gleich die Füllschläuche von der Decke hängen. Also nach
dem Tauchen Regler ab, füllen (immer 220bar ;-)), Regler wieder dran, weiter tauchen -
optimal. Eigene Tauchkisten normaler Größe finden unter den Bänken Platz. Die nassen
Anzüge hängen sehr gut und sicher im Fartwind an Edelstahlstangen. Neben dem Käptn waren ein Matrose/Stewart, ein Smutje und 1-2 Tauchguides an Bord. Sie sorgten prima für unsere Bedürfnisse und waren meist dort zur Stelle, wo Hilfe nötig war. |
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| Ein Schlauchboot mit Außenborder hing mit
dran, und das Boot wurde oft mit Umsicht eingesetzt, um uns beim An- oder Abschwimmen vom
Schiff zu helfen. Leider konnten wir zu wenig kroatisch, um uns richtig mit den Jungs zu unterhalten. Die einzigen störenden Problemchen gingen wohl auf unsere Kappe bzw. die unserer Veranstalter. Wir waren 17,5 Passagiere an Bord, davon 13 Taucher, davon wiederum 3 mit etwas mehr Ausrüstung ;-)) und einige mit Doppelflaschen- Paketen. |
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Richtig Platz war aber wohl für 12 1-Flaschen-Geräte mit zugehörigen
Taucherleins. Das Gewusel war also manchmal ganz schön heftig, aber immer noch
erträglich, da jeder versuchte, Rücksicht zu nehmen.Übrigens wurden wir wirklich einmal von der Wasserpolizei kontrolliert, die die Tauchgenehmigungen (15/Taucher) abcheckten. Unser Käpt'n schien aber gute Beziehungen zur Staatsmacht zu haben. Leben
an Bord |
| Oder es ging langsam los zum ersten Tauchplatz, so daß wir meist gegen 10 Uhr erst ins Wasser kamen. In der Erholungspause danach hatte jeder genug zu tun, um die Ausrüstung zu pflegen, den TG zu protokollieren oder einfach mit den anderen das Erlebte zu diskutieren. Man kam meist gerade recht zum reichlichen und sehr schmackhaften Mittagessen. Dazu legten wir oft in einer ruhigen Bucht an, wo man auch ein bißchen die Gegend erkunden konnte. | ![]() |
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Die große Pause nach dem
Essen, in der mühelos der nächste Tauchplatz erreicht wurde, war mir meist zu lang,
wiewohl physiologisch sinnvoll. Oft waren wir so erst gegen 16 Uhr zum zweiten TG im
Wasser, was um diese Jahreszeit nicht gerade optimale Lichtverhältnisse bedeutete. Morgens gleich beim Frühstück auszufahren, Mittags den kleinen privaten Imbiß einzulegen, nur die unbedingt notwendige Tauchpause zu machen und dann erst nach dem zweiten TG auf der Heimfahrt fett zu essen, wäre mir sinnvoller erschienen, aber na ja.... Das Wetter ist in dieser Zeit gerade noch so an der Grenze, wir hatten zwei schöne Sonnentage, zwei Regentage und den Rest so dazwischen. Warme Bekleidung ist unbedingt anzuraten, vor allem auch, weil ständig relativ kühler Wind wehte. |
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Es war natürlich immer noch
besser als zu Hause, von wo uns Schneefälle gemeldet wurden. Tauchen |
| Die Höhle ist dann eine große
Blase, in der man bis auf etwa 40m abtauchen kann. Highlight waren hier mehrere große
Thunmakrelen, die uns in der Höhle umkreisten.Tja, aber
sonst.... Wir tauchten häufig in relativ glömrigen Wasser an relativ reizlosen
Steilwänden. Da mir das Tauchen an sich Spaß macht und man ja wahrhaftig aus unseren
heimischen Löchern nicht verwöhnt ist, habe ich auch diese Tauchgänge genossen. Eine
noch attraktivere Auswahl wäre aber schon schön gewesen,....der gemeine Taucher ist nun
mal so unersättlich ;-)) Jahreszeitlich
bedingt hatten wir relativ starken Wind von See; auf der Karte sieht man deutlich, daß
wir überwiegend nur im Windschatten der Inseln ins Wasser konnten. Das hat die
Möglichkeiten natürlich auch eingeschränkt. Unser Guide schien aber auch noch nicht die
Erfahrungen zu haben, einige Male gingen Tiefenangaben und zu erwartende
Sehenswürdigkeiten (Amphoren ;-))) doch etwas an der Realität vorbei. Ich fand sehr angenehm, daß man eigenverantwortlich tauchen konnte/mußte. Das findet man ja bei Tagesfahrten mit Basen heute selten. Unser Guide hatte zwar beim ersten Tauchgang versucht, den Sack Flöhe etwas zusammen zu halten, machte dann aber keine weiteren Versuche. Auch Solotauchen war also zu meiner Freude möglich. |
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| Fazit Eine Woche Bootsfahrt pro oder contra? Pro, man hat (theoretisch ;-)) die Möglichkeit, viele weit auseinander liegende (attraktive) Tauchplätze aufzusuchen und liegt (fast) jeden Abend in einem anderen netten Hafenstädtchen, das es zu erkunden gilt. |
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| Wesentlich für mich war auch
die Möglichkeit, mit anderen Tauchern, denen man sonst wohl nie so nahe kommen würde,
ausgiebig und ohne Zeitdruck zu schwatzen und Erfahrungen auzutauschen. Ich habe z.B. viel
über Mikrobläschen gelernt ;-)). Das ist natürlich dann besonders angenehm, wenn so eine nette, verträglich und gut durchmischte Truppe beisammen ist, wie auf dieser Tour. Contra, wenn's schlechtes Wetter gibt, kann man nicht so bequem auf Kultur ausweichen, wie sonst im Urlaub üblich. Wenn man mit besonderen Typen Mensch nicht so gut klar kommt, kann man ihnen hier nicht so leicht entkommen (diesmal natürlich rein theoretisch). Ja, theoretische Contras gäbe es noch mehr, aber sie wären für diese Fahrt einfach unzutreffend. Also,.... zu empfehlen! Beim nächsten Mal vielleicht etwas früher im Jahr und mit konkreteren Absprachen oder mehr Einflußnahme über anzufahrende Tauchplätze. p.s. Ich hoffe, daß einige andere Teilnehmer der Tour diesen Bericht lesen und stelle sehr gern ihre (auch divergente) Meinungsäußerung hierher! |