Kroatien - Insel Rab
- Kampor
Kron Diving Center - Oktober 2002zurück
Preisvergleich
einiger Basen Karte von Rab
(160k) Tauchplätze KDC (60k)
Da unser Sommerurlaub vom Taucherischen her nicht so besonders ergiebig war (Stechlinsee/Feldberger Seen), hatte
ich mich entschlossen, im Herbst noch eine Woche im bewährten
und schnell erreichbaren Kroatien zu verbringen. Da mein Sohn kurz nach seiner
Führerscheinprüfung noch scharf aufs Autofahren war, hatte er Lust, mich zu
begleiten. Also sollte es am 12.10. mit Beginn der Herbstferien in Sachsen losgehen.
Antworten auf meine Anfragen bei Erfahrungsträgern in d.r.s.t. zum Oktober in Kroatien
waren positiv, noch 24° Lufttemperatur und um 18° im Wasser sollten es sein. Ein kleiner
Homepage-Vergleich der möglichen Tauchbasen ermittelte das Kron Diving Center in Kampor
auf Rab als diesjähriges Optimum.
Auslandskrankenschein und grüne Versicherungskarte für's Auto waren als
Sondervorbereitung zu erledigen. Der Personalausweis reicht für alle
Grenzüberschreitungen. Bei vollen Tauchpullen Gefahrgutbegleitschein
für die österr. Gendarmen nicht vergessen!
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Anreise
Früh um 3 Uhr klingelte der Wecker, der ganze Ramsch wurde im Opel verstaut (wir
hatten komplette Ausrüstung mit), und los ging's. Etwa 1100km lagen vor uns. Wir hatten
uns vorgenommen, alle 250km beim Fahren zu wechseln. Die Strecke führte über Hof, Regensburg, München, Salzburg, Villach, Lubljana, Rijeka nach
Jablanac, von wo uns eine Fähre nach Rab übersetzen sollte. Bis kurz vor Rijeka
reicht die Autobahn, dann kommt schmale kurvige Küstenstraße, die nochmal viel Zeit
braucht.
Wir fuhren los bei trübem feuchten Herbstwetter, ab Regensburg regnete es in Strömen,
was fast bis Lubljana (Slovenien) anhielt. Die Scheibenwischer habe ich nachts noch im
Traum gesehen. |
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Aber, oh Freude, wie wir es erhofft hatten, wurde es danach
immer heller, und schließlich kamen kurz vor Rijeka blauer Himmel und Sonne.
Die Fahrt war absolut problemlos. Immer wenn einer müde war, fuhr der andere weiter. Ab
Österreich war es auch landschaftlich sehr schön, und die langen Tunnel sorgten für Abwechslung. Etwa 47Euro
(hin und zurück) haben uns Österreicher und Slovenen für den aufwendigen Autobahnbau
und die Tunnelunterhaltung als Maut abgeknöpft. Der
Verkehr war angenehm dünn, nur einige Sachsen waren unterwegs (wegen der Herbstferien),
und die Langsamfahrerei ab Österreich brachte uns ein Rekordtief an Benzinverbrauch ein. |
| Gegen 17.00 Uhr trafen wir jedenfalls
in Jablanac an der Fähre ein und
rechneten schon damit, bis zur planmäßig nächsten Abfahrt um 18.30 Uhr warten zu
müssen. Aber balkanisch unkompliziert fuhr man ab, als die Fähre voll war (22Euro für
ein Auto mit 2 Personen hin und zurück). Die schon Kilometer vor der Fähre beginnende
aufgemalte Wartespur auf der Straße ließ übrigens erahnen, wie es hier im Sommer
zugeht. Wir brauchten praktisch nicht zu warten und landeten gegen 18 Uhr auf Rab.Nun
waren es nur noch wenige Kilometer durch die sehr karge felsige Landschaft und die Stadt
Rab bis nach Kampor, wo man durch ausreichend angebrachte Schilder zu Krons geleitet wird.
Kampor beginnt praktisch gleich hinter dem Ort Rab und zieht sich sehr weit an der Straße
zum anderen Inselende hin (Panorama der Bucht,
130k). |
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Im KDC und anhängender Gaststätte "Dupin"
war noch erstaunlich dicker Betrieb, als wir ankamen. Irgendwie erwartet man naiverweise
auf solchen Basen noch einen sportlich-kameradschaftlichen Empfang und ist immer wieder
frustriert, wenn es so ratzbatz zugeht wie hier. Keiner stellt sich vor, auch der Chef
nicht, obwohl er dabeistand (soll man ihn kennen?). Wir wußten bis zur Abfahrt nicht
genau, wer denn nun zur Belegschaft gehört. "Da könnt Ihr Euch eine Kiste nehmen,
da Eure Sachen aufhängen (bloß Bügel gab's keine mehr), morgen könnt Ihr um 11 und um
16 Uhr mit auf's Speedboot, Tagesfahrten sind die ganze Woche ausgebucht, tschüß!"
Logbücher und Brevets wurden aber kurz durchgeblättert.
Da wir auch ein Ferienzimmer über die Basis gebucht hatten, ging's da so weiter:
"Ihr wohnt in Appartman 3... bei Ruzic-Krtss..., das ist die Straße ein Stück
zurück!" Ein netter einheimischer Kellner, der mitbekam, wie unsere Lippen die
serbokroatische Phonetik nachformten, schrieb uns Nummer und Namen auf einen Zettel, so
daß wir später das Quartier, allerdings erst nach Herausklingeln einer freundlichen
Nachbarin, sogar fanden. Tja....vielleicht lag's ja nur am Streß durch die vielen Gäste.
Basis
Das KDC (und die Gaststätte) liegen sehr schön direkt am
Bootshafen in der westlichen Kamporer Bucht. Umziehbereich mit Spülbecken und
Trockengestellen, Kompressorraum und Werkstatt, Lademöglichkeit für Lampen,
Aufbewahrungs- und Boxenraum, Toilette und Dusche stehen zur Verfügung. Boxen für die
restliche Ausrüstung gab es genügend, allerdings nicht abschließbar, wie das in vielen
Basen inzwischen üblich geworden ist, und die Regale so schlecht konstruiert, daß viele
Probleme hatten, schwere Boxen ins Regal zu schieben.
Das Flaschenfüllen klappte reibungslos, die Flaschen hatten auch in kaltem Zustand
reichlich 200bar. |
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Wir hatten allerdings im Vorfeld einen
Denkfehler gemacht, indem wir auf die Auskunft der Basis hin, es seien nur 10-l-Flaschen
verfügbar, auch nur 10er mitgenommen hatten.Viele Taucher hatten aber ihre eigenen 12er
oder größere mit, und damit waren wir immer die ersten zurück auf dem Boot :-((
Tauchen war in unserer Woche nur über das Speedboot möglich. Die Tagestourboote waren
durch Gruppen ausgebucht. |
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Auch das Speedboot war zeitweise ausgebucht, Tibor, der das
Speedboot sehr kompetent und hilfsbereit managte, sorgte aber dafür, daß wir zumindest
einen Tauchgang pro Tag machen konnten, da wir uns rechtzeitig vor dem Urlaub angemeldet
hatten.
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Das Speedboot machte vier Touren pro Tag, etwa um 9,
12, 14 und 16 Uhr. Das klappte immer sehr pünktlich. Diese Transportart hatte den
Vorteil, daß man nach dem TG im nassen Anzug wieder relativ schnell zum Umziehen "zu
Hause" war, wo eine immer warme Dusche möglich war. Als wir wegen eines Defektes des
Speedbootes mal einen Tauchgang mit dem Kutter machten, auf dem wegen Überfüllung
Umziehen nicht vorgesehen war, gab das lange Rumsitzen in der Nässe meinen Bronchien den
Rest.
Insgesamt muß man sagen, daß die Organisation des Tauchbetriebes nahezu perfekt geklappt
hat. Auch die angedrohte halbe Anrechnung zu spät (12h vorher) gecancelter Anmeldungen
wurde nicht exekutiert.
 Tauchen
Mit dem Speedboot wurden Tauchplätze zwischen
etwa 10 und 25 Minuten Fahrzeit angelaufen. Es handeltes sich durchgängig um einfache
Spots ohne Strömungen oder komplizierte Struktur: An der Felskante vom Boot ins Wasser,
abtauchen auf 20...40m, an der Sandkante entlang, bis 100bar erreicht sind, dann
austauchend an der Steilwand zurück bis unters Boot zum Auspaddeln in 3...6m (Zitat:
"Kompaß könnt Ihr zu Hause lassen!"). Es waren sehr schöne Steilwände dabei,
mir fehlten aber meine geliebten Tunnel und Grotten. Die interessanteren Wracks wurden nur
mit den Tagesausflugsbooten angefahren und liegen wohl auch mehr in Tec-Tiefe.
Die Sichtweiten waren insgesamt nicht berauschend, auf 30m konnt man schon mal 15m weit
sehen, im 10-m-Bereich waren es manchmal nur 5m. Die Fotografen unter uns ärgerten sich
vor allem über den hohen Schwebstoffanteil, der praktisch nur Aufnahmen im Makrobereich
möglich machte. Auf Gozo, um im Mittelmeer zu bleiben, hatten wir deutlich Besseres
erlebt, auf Krk vor zwei Jahren war es allerdings im Juni absolut vergleichbar.
Die Wassertemperaturen lagen im gesamten Tiefenbereich um 18°C, eine Sprungschicht war
bis 40m nicht zu erkennen. Wir sind 7-mm-naß getaucht und haben manchmal Kopfhaube und
Handschuhe weggelassen. Die Kälte kam meist erst bei der Rückfahrt. Es gab allerdings
auch einige Trockentaucher, die sich auch nicht über zuviel Wärme beklagt haben.
Die Fauna war im Flachwasser vor allem im Makrobereich interessant, Schnecken, Würmer,
Seeanemonen,... Um 20...40m sah man Oktopoden, Steinfische, Makrelen, auch mal Garnelen
und Hummer in einzelnen Exemplaren. Ich bin leider nur ein Voyeur, kein beschreibender
Biologe.
Vielleicht kann ich ja Harald, der seine High-Tech-Fotomaschine immer mit hatte, noch
überreden, hier ein paar bildhafte Beweise einzubringen?!
Vorerst kommt der Einwurf von Harald: "High Tech
Fotomaschine" klingt nach Digitalzeugs und sowas fass' ich freiwillig nicht an. Meine
Knipskiste ist nur eine normale Spiegelreflex."
Ja, prima! Jetzt hat Harald sein Versprechen gehalten und Fotos geschickt, natürlich
keine digitalen, sondern gescannte Dias ;-)
Wer Lust hat, hier ist eine kleine Galerie von weiteren Bildern!
Flora und Fauna sind sicher nicht mit der in den Tropen zu
vergleichen, ganz zu schweigen von Großfischen; trotzdem war das Tauchen immer wieder
schön. Das Schweben von der Felskante auf den 40-m-Sandgrund, das Hängen vor einer
bunten Steilwand, wenn man mit der Lampe in die Löcher funzelt, das Liegen im Freiwasser,
wenn in den Wellen oben die Sonne funkelt, ist es nicht schön, wenn man dabei nicht
friert und den Buddy noch sieht?
Das Oktober-Wetter hat uns doch schon etwas geärgert. An manchen Tagen waren die
30...40kn Wind unseren Bandscheiben doch nicht zuzumuten, und wir mußten im Schutz der
Bucht bleiben....Kalifront kennen wir am besten ;-))
Nachttauchgänge wurden auch angeboten, das war uns Warmduschern aber zu kühl und dunkel.
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Umfeld
Gewohnt haben wir in einer privaten Pension im Doppelzimmer (8Euro/Person + 4,50Euro
Frühstück), Balkon mit Blick aufs Wasser und Sonnenuntergang. Ferienzimmer und
Appartments werden in nahezu jedem Haus angeboten. Außerhalb der Hochsaison findet man
bestimmt auch noch spontan etwas.
Die Ferienzimmer mit eigenem Bad waren modern eingerichtet und sauber und
angenehm. Zu unserer Wirtin hatten wir ein sehr gutes Verhältnis und erfuhren
Interessantes über die Lebensumstände in Kroatien.
Der Ort selbst war um diese Zeit sehr ruhig und einsam. Krons sehr gut
bekochte Gaststätte war im Nahbereich die einzige geöffnete Speisegaststätte. |
Nach wenigen Kilometern Fahrt mit dem Auto findet man aber
auch noch andere gute und günstige Möglichkeiten zum Abendessen. Ich
könnte mir auch vorstellen, daß man hier im Früh- oder Spätsommer auch Familienurlaub
machen kann. Baden ist im Flachwasserbereich der Bucht sehr gut möglich, breiter
großflächiger Sandstrand ist allerdings nicht vorhanden. In den umgebenden Bergen und
Wäldern kann man wandern (selbst ausprobiert) und radfahren.
Interessant für ein oder zwei Ausflüge ist sicher auch die Stadt Rab mit ihrer
schön restaurierten Altstadt und dem Yachthafen. |
Fazit
Kroatien hat sich wieder mal als gut und schnell erreichbares Ziel zum Tauch-Kurzurlaub
bewährt, um dem Schmuddelwetter in D zu entfliehen. Nächstens werden wir aber anstreben,
schon im September zu fahren und noch weiter nach Süden vorzustoßen. Vor allem der Wind
im Oktober hat den Spaß etwas gedämpft.
Tja, und wir werden versuchen, eine Basis zu finden, auf der nicht so ein Massenbetrieb
herrscht, für uns genug Platz auf dem Boot ist und das Tauchen in Vor- und Nachbereitung
etwas ruhiger angegangen wird.
Nie wieder als Rec-Taucher als 5. Rad am Wagen in die gerade veranstaltete Tec-Woche
geraten ;-)
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Letzte Änderung 13.10.09 |