| Als im VDST noch die US Navy Tabelle
benutzt wurde, galt dafür zunächst eine Aufstiegsgeschwindigkeit von 18m/min. Später
wurden dann 15m/min unterhalb 20m und 10m/min für Tiefen zwischen 20m und 0m empfohlen. Bei der Bühlmann/Hahn Tabelle, die um 1984 eingeführt wurde
galt dann 10m/min, unterhalb von 25 Tiefe auch rascher.
Für die Deco 92 galt ebenso 10m/min, unterhalb von
25m Tiefe auch schneller, oberhalb von 10m Tiefe wurden 6m/min empfohlen.
(Aus Dekompression, Dekompressionskrankheit, A.A.
Bühlmann , Springer Verlag, 1983)
Bei einer Tabelle von A.A. Bühlmann von 1983 galten
10m/min und zwar auch für tiefere Tauchgänge.
Der BSAC empfahl 15m/min und ab 9m bis 5m Tiefe
6m/min.
(aus Sport Diving, The British Sub-Aqua Club Diving
Manual, 1992, ISBN 0 09 175256 6)
Die American Association of Underwater Sciences
empfahl maximal 18m/min mit einem Sicherheitsstop von 3 bis 5 Minuten in 3 bis 9m Tiefe.
(Aus Alert Diver, DAN Europe News, Heft 4/1997, Seite 27)
Dr. Peter Bennet empfiehlt im gleichen Heft auf
Seite 28 9,1m/min und 3 bis 5 Minuten Sicherheitsstop auf 3 bis 4,5m Tiefe.
Im Heft III/1998 wird aber von Prof. Alessandro
Marroni über italienische Versuche von 1981 berichtet.
Es wurden 97 Tauchgänge von 35 freiwilligen
Versuchspersonen untersucht, 22 in der Druckkammer und 75 im Freiwasser, in Tiefen
von 20 bis 52m. Alle Tauchgänge wurden so geplant, daß die maximale erlaubte
Gewebeübersättigung (M value) nach dem US-Navy-Decompressionsalgoritmus zu Beginn des
Aufstiegs erreicht wurde.
Die Studie zeigte das eine Verlangsamung der
Aufstiegsgeschwindigkeit von 18m/min im ersten Teil des Aufstiegs (50 % des
Tiefenunterschieds ) und 10m/min für den restlichen Teil bis zur Oberfläche oder der
ersten notwendigen Dekostufe ( die mittlere Aufstiegsgeschwindigkeit betrug 14m/min ), auf
9 - 10m/min mit einer gleichbleibenden Geschwindigkeit das Auftreten von zirkulierenden
Gasblasen nach dem Tauchgang von 81,8 % auf 20,3 % reduzierte. Ausserdem gab es
siginifikante Blasen der Grösse 2 und 3 (diese werden als Indikator eines nicht
akzeptablen Tauchprofils angesehen) nur in der Gruppe mit den schnellerem
Aufstieg. Schliesslich verursachte die Verlangsamung der
Aufstiegsgeschwindigkeit auch einen Rückgang der Häufigkeit von DCI-Anzeichen und
-Symptomen bei den freiwilligen Tauchern von 9 % in der schnellen Aufstiegsgruppe auf Null
in der langsamen Aufstiegsgruppe. Daraufhin empfahl der italienische Verband die
Aufstiegsgeschwindigkeit von 18 auf 9 - 10m/min zu verlangsamen.
Seit 1981 hat sich in Italien die relative
Häufigkeit von Dekompressionstabellen nicht erhöht, trotz der seit 1981 erheblich
gestiegenen Zahl von Tauchern und des in italienischen Gewässern normalerweise recht
agressiven und tiefen Tauchens.
Dr. Benett zitiert noch Untersuchungen aus Marseille
von 1995 bis 1997 an 37 männlichen Sporttauchern. Die Taucher führten zwei Tauchgänge
auf 35m Tiefe mit einer Dauer von 25 Minuten durch, die Oberflächenpause betrug 24
Stunden. Die Aufstiegsgeschwindigkeit betrug bei dem ersten Satz von Tauchgängen 9m/min,
beim zweiten 17m/min. Bei allen Tauchgängen wurden Dekompressionsstops von 3 Minuten auf
6m und 10 Minuten auf 3m Tiefe durchgeführt. (Zum Vergleich: Deko 92, 36m und 24 Minuten,
1min auf 9m, 4 auf 6m und 13min auf 3m Aladin Pro: 36m und 24min, 3min auf 6, 24min
gesamter Aufstieg). Bei einer Aufstiegsgeschwindigkeit von 9m/min gab es bei 13 Tauchern
Blasen der Grösse 2 bis 4, also bei 37,5 % der insgesamt 37 Taucher.
Bei der schnelleren Aufstiegsgeschwindigkeit von
17m/min waren es dagegen 20 Taucher bzw. 50 %, die als "Bubbler" eingestuft
wurden.
In Abhängigkeit vom Alter zeigten sich in der
Altersgruppe unter 40 drei Bubbler von 23 Probanden bzw. 11,8 % und in der Gruppe über 40
neun Bubbler von 14 Probanden, gesamt 64,3 %.
In Abhängigkeit vom Körpergewicht zeigten sich in
der Gruppe unter 76kg zwei Bubbler von 17 Probanden bzw. 11,8% und in der Gruppe über
76kg 8 Bubbler von 16 Probanden, entsprechend 50%.
60 Minuten nach den Tauchgängen zeigte die
Aufstiegsgeschwindigkeit auf die Gesamtgruppe der Taucher keine signifikanten Wirkungen,
sie wirkte sich aber signifikant auf die Gruppe der ältesten und schwersten Taucher
aus.
Die Forscher folgerten daraus, daß ältere
Taucher, die an Gewicht und Körperfett zunehmen und an körperlicher Fitneß verlieren,
einem höheren Dekompressionsrisiko unterliegen.
In vorangegangen Tierversuchen von Smith und Stayton
im Jahr 1978 hatte sich gezeigt, daß es bei einer Druckabnahme entsprechend 9m/min zu
einer geringeren Blasenbildung kam, als bei Aufstiegen mit 18m/min.
Die Menge an Daten, die den Schluß bestätigen,
daß eine Aufstiegsgeschwindigkeit von 18m/min zu schnell ist, wird immer grösser. Die
allgemeine Akzeptanz dieser Aussage zeigt sich auch darin, daß im Sportauchen immer mehr
zu einer Aufstiegsgeschwindigkeit von 9m/min geraten wird.
Aber für die Art von tiefen, kurzen Tauchgängen,
die wir häufig unternehmen (z.B. auf 30,5 m für 20 min) kann das immer noch zu schnell
sein. Es könnte vorteilhaft sein, noch langsamer als 9m/min aufzusteigen, vielleicht im
Bereich von 3m/min. Das bringt natürlich einige logistische Probleme mit sich, die aber
lösbar sind. Zum Beispiel könnte Hand über Hand an einer beschwerten, vom Boot
herabhängenden Leine aufgetaucht werden.
Die verschiedenen Tabellen...
Holger schrieb am 27.3.2002 in d.r.s.t.:
es gibt eine ganze reihe von tabellen, die, je nach
anwendungsfall, mehr oder weniger geeignet sind.
der padi-rdp wurde z.b. speziell für das nullzeit-tauchen im eher amerikanischen stil
entwickelt, d.h. keine deko-tg, kurze oberflächenpausen, relativ flache tg, hohe erlaubte
auftauchgeschwindigkeit. für derartige tg ist der rdp auch sinnvoll einsetzbar.
ssi verwendet z.b. eine andere tabelle, die auf einer modifizierten us-navy tabelle
basiert. diese tabelle ist ziehmlich ähnlich wie das rdp.
wer sich in den bereich der deko-tg und tieferen tg bewegt, wird eher mit der deco-2000
(nachfolge-tabelle der deco 92) von max hahn froh, die z.b. auch vom vdst verwendet wird.
in anderen ländern sind z.t. noch andere tabellen gebräuchlich, z.b. comex in
frankreich...
wer sich in "extreme" bereiche bewegen will (trimix, heliox, o2-deko etc.), der
sollte sich mal die "tabelle" der canadischen navy ansehen (DCIEM). diese
"tabelle" wird in form eines buches publiziert... (es gibt auch eine extrem
reduzierte sport-taucher tabelle von DCIEM, die meine ich nicht !)
DECO92 2. Version:
von www.tief-kalt-dreckig.de
1998 wurde von der Deco'92 die
Version 2 herausgegeben, die sich im wesentlichen dadurch unterscheidet, daß auch die
Sauerstofftoxizität angegeben ist und auch Nitrox - Tabellen existieren. Die Dekozeiten
wurden mit anderen Grundzeiten abgestuft, bei gleichen Grundzeiten wurde, falls überhaupt
Unterschiede bestehen, nur eine Minute auf eine andere Stufe "geschoben" (Wer's
nicht glaubt, kann wie ich den Vergleich ziehen).
Da die Repetiv - Gruppen entsprechend berechnet wurden, kann das Atemgas gewechselt
werden, wenn die Zuschläge mit der dem Atemgas entsprechenden Tabelle ermittelt werden -
aus Sicherheitsgründen sollten dann allerdings nur noch Nullzeittauchgänge durchgeführt
werden.
(war
www.uni-oldenburg.de/~beluga)
Die Aufmachung ist etwas anders als früher, die
neue deutsche Rechtschreibung wirkt sich aus, und nicht mehr bei 9 m Tauchtiefe ist der
Einstieg in die Dekompression, sondern erst bei 12 m.
Neben korrigierten Dekompressionszeiten, angepaßt an neuere Dekompressionsmodelle, fällt
jedoch besonders auf, daß die Nichtflugzeiten nach Tauchgängen dramatisch verkürzt
wurden. Dieses erscheint auch logisch, sollte aber nicht dazu verleiten, diese Zeiten zu
unterschätzen. Wir empfehlen weiterhin, mindestens 24 Stunden nach dem letzten Tauchgang
seinen Rückflug anzutreten, auch wenn die Tabelle dieses vielleicht schon früher
erlaubt.
Peter R. in d.r.s.t. am
14.5.2002
>sind nicht die Hauptunterschiede bei den
Wiederholungstauchgängen (tiefere Dekostopps)?
Ja. Bei der Deco 2000 sind einerseits die
Abstufungen der Zeiten für die OFP anders, andererseits sind die dann resultierenden
Zeitzuschläge z. T. deutlich länger. Sinnvoll ist auch, dass die minimale OFP-Zeit für
die höheren Wiederholungsgruppen F und G jetzt ebenfalls deutlich länger ist.
Noch was zu den Dekozeiten: Vergleicht man beide Tabellen, so fällt auf, dass dort, wo
die Grundzeit gleich ist (die Deco 2000 ist anders gestaffelt), fast keine Unterschiede in
den Dekozeiten auf den jeweiligen Stufen sind. Manchmal wird allerdings der tiefste
Dekostopp schon 1 Stufe früher begonnen (z. B. bei 60m/10 min.
Deco92: 0/2/4/7 Deco2000 1/2/3/7), vermutlich um die schnellen Gewebe etwas
schonender zu entlasten. |